Die überschaubare Zahl an Schaulustigen dreht wie auf Kommando die Köpfe nach links. Musik! Es geht los! Die Lumpenkapelle "Durchknallte Kobolde aus Dürnau" erscheint aus dem Dunkel der Nacht. Die Musiker hauen ordentlich auf die Pauke und blasen in ihre Instrumente, was das Zeug hält. Hinter ihnen marschieren mit schwerem Gepäck die angereisten Zunfmeister. Stöhnend tragen sie den Heininger Narrenbaum auf den Rathausvorplatz, wo er mit vereinten Kräften in die Höhe gehievt werden soll. Doch das geht natürlich erst, nachdem ein kräftiges, dreifaches "Kirschkern-Spucker!" in den Nachthimmel gebrüllt ist.

Unterstützt von den einschlägig erfahrenen "Baumaufstellern" der Heininger Feuerwehr bringen die Zunftmeister und die Kirschkernspucker den 3. Heininger Narrenbaum in die Vertikale. Wie jetzt? Mit der Wurzel nach oben? Alles gut! Das gehört sich für einen Narrenbaum so. Was die an der Wurzel hängenden Utensilien wohl zu bedeuten haben? Man weiß es nicht und erfährt's auch nicht. Zeit, dass sich die extra angereisten Zünfte zünftig mit ihren Zunftrufen begrüßen. Erstmals in Häs und Masken dabei sind die neugegründeten Süßener Waldhexen. Der Ruf der neuen Zunft, die Kirschkernspucker Ralf Schwantzer den andren vorstellt, lautet - wie könnte es anders sein - "Wald-Hexen!" Das lernt sich schnell. Schon beim zweiten Mal wird die gewünschte Lautstärke erreicht. Nach ein paar Liedern von den Durchknallten Kobolden zieht es die Narren endgültig in Richtung "Festmeile". In der Hofstraße warten in Zelt und Kellerbar einschlägige aufwärmende Getränke. Hexen, Kobolde, Staren, Hommelhenker und andere fantasievolle Gestalten - alle feiern miteinander, nachdem die Heininger Narrensaison nun offiziell eröffnet ist. Der Narrenbaum, schnell aus den Augen und dem Sinn, bleibt einsam auf dem Rathausvorplatz zurück und harrt dem Rathaussturm am Gombiga Dostig. Dann werden sich wieder zahllose Narren um ihn versammeln.