Dürnau/Gammelshausen "Ich war gerne Dorfpfarrer"

Klaus Steiner-Hilsenbeck geht nach 20 Jahren in Dürnau und Gammelshausen in den Ruhestand.
Klaus Steiner-Hilsenbeck geht nach 20 Jahren in Dürnau und Gammelshausen in den Ruhestand. © Foto: Inge Czemmel
INGE CZEMMEL 28.01.2015
In Dürnau und Gammelshausen wird am Wochenende der evangelische Gemeindepfarrer Klaus Steiner-Hilsenbeck in den Ruhestand verabschiedet.

Umzugskartons und Bücherkisten - im Pfarrhaus der Dürnauer Cyriakuskirche riecht es nach Abschied. Weit weg wird die fünfköpfige Familie Steiner-Hilsenbeck jedoch nicht ziehen. "Wir haben ein Haus in Bad Boll gefunden", erzählt Klaus Steiner-Hilsenbeck, der auf 20 Jahre und fünf Monate Pfarramt in Dürnau und Gammelshausen zurückblickt. Eine ungewöhnlich lange Zeit für einen evangelischen Pfarrer. "Ich war gerne Dorfpfarrer, wollte nicht zurück in die Stadt, hatte keine Ambitionen auf ein Sonderpfarramt oder eine Dekanatsstelle, also schien mir ein Wechsel um des Wechselns Willen nicht sinnvoll", erklärt Steiner-Hilsenbeck.

"Unsere drei Kinder sind hier aufgewachsen und waren wie meine Frau Annemone in der Gemeinde und Kirchengemeinde involviert." Augenzwinkernd fährt er fort: "Vor etwa zehn Jahren habe ich mich dann mal im Ort umgehört, ob mit mir als Pfarrer schon das große Gähnen ausbricht. Da dem offenbar nicht so war, haben wir beschlossen nicht mehr zu wechseln." Ein weiterer Grund zu bleiben, sei auch die Kirchenmusik gewesen. "Wir haben in Dürnau den Kirchen- und den Posaunenchor, die Jungbläser, das Chörle, einen Kinder- und einen Jugendchor. Außerdem verfügen wir mit Frieder Maier über einen studierten Kirchenmusiker, der ein Orgelspiel zu bieten hat, für das man anderswo in ein Konzert gehen muss", führt der scheidende Pfarrer nicht ohne Stolz aus.

Auch die Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung habe immer gut funktioniert. "Es war eine schöne Zeit, aber jetzt ist es in gutem Sinne genug", sagt Steiner-Hilsenbeck, der 2014 das 65. Lebensjahr vollendete. "In Dürnau wohnen zu bleiben, das wollte ich meinem Nachfolger nicht antun", erklärt er. Steiner-Hilsenbeck wird während der Vakatur - noch ist kein neuer Pfarrer gefunden - den Konfirmandenunterricht und die Konfirmation übernehmen. "Wenn die Pfarrstelle dann neu besetzt ist, werde ich mich raushalten", hat er sich fest vorgenommen. "Dass ich in Bad Boll nicht weit bin, birgt natürlich die Gefahr, manchmal zu Kasualien wie Trauungen, Taufen oder Beerdigungen gebeten zu werden. Ich bin jedoch wild entschlossen, das sehr zurückhaltend zu handhaben, denn mit welchen Argumenten soll ich wem zu- oder absagen?"

Er möchte sich mehr um Haus und Garten kümmern, Beziehungen pflegen, Ausstellungen und Vorträge besuchen. "Ich werde weiterhin in Tübingen Gesangsunterricht nehmen, wieder mehr lesen, mit meiner Frau etwas unternehmen und Ausflüge machen." Auch für das Kirchenkabarett "Pfaffenpfeffer" hat er künftig mehr Zeit und er hat sich vorgenommen bei der Vesperkirche mitzumachen.

Info: Am Samstag, 31. Januar, wird Pfarrer Steiner-Hilsenbeck bei einem bunten Abend im Gammelshäuser Gemeindehaus verabschiedet. Am 1. Februar findet in Dürnau um 15 Uhr ein Abschiedsgottesdienst statt.