Polizei Polizeichef Papcke nimmt Terrorgefahr in den Fokus

Von Bürgerwehren hält Polizeipräsident Ralph Papcke nichts: „Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Polizisten sind die Profis und staatlich legitimiert, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.“
Von Bürgerwehren hält Polizeipräsident Ralph Papcke nichts: „Das Gewaltmonopol liegt beim Staat. Polizisten sind die Profis und staatlich legitimiert, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen.“ © Foto: Staufenpress
Kreis Göppingen / Susann Schönfelder 23.08.2018
Ralph Papcke ist seit rund 100 Tagen Präsident des Polizeipräsidiums Einsatz. Er spricht über Terrorgefahr und Respektlosigkeit.

Zu Land, zu Wasser und in der Luft – die Spezialisten für polizeiliche Einsätze sind im Polizeipräsidium Einsatz – mit Hauptsitz in Göppingen – unter einem Dach vereint. Seit gut 100 Tagen hat dieses Spezial-Präsidium an der Heininger Straße einen neuen Chef: Ralph Papcke folgte Thomas Mürder, der Ende April in den Ruhestand ging.

Der neue Mann an der Spitze wurde mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht. Innenminister Thomas Strobl sagte bei der Einsetzung: „Landespolizeidirektor Ralph Papcke gehört zu den Spitzenbeamten unserer Polizei. Mehr fachliche Expertise und polizeiliche Erfahrung ist kaum möglich.“ Im Interview spricht der neue Präsident über seinen Start in Göppingen, die aktuelle Sicherheitslage, die Diskussion über Bürgerwehren und seine Wünsche für die kommenden Jahre.

Herr Papcke, Sie haben angekündigt, das Polizeipräsidium Einsatz noch besser auf terroristische Einsatzlagen vorbereiten zu wollen. Wie sieht das konkret aus? Soll deshalb beispielsweise der Hubschrauber häufiger verfügbar sein?

Ja, wir müssen uns auf solche Szenarien besser einstellen. Die Sicherheitslage hat sich total verändert, das zeigen die Anschläge in Paris, Brüssel und Berlin. Das PP Einsatz ist als Dienstleister gefordert, wenn es draußen brennt. Es ist wichtig, dass der Hubschrauber so oft wie möglich vor Ort ist, damit das hier stationierte SEK so schnell wie möglich zum Einsatzort fliegen kann. Das bedeutet letztlich für die Bevölkerung mehr Sicherheit – und die Beschwerden über die Lärmentwicklung erscheinen vielleicht in einem anderen Licht.

Der Beruf wird härter, der Respekt vor Polizeibeamten nimmt ab. Schreckt das junge Leute nicht ab, Polizist zu werden?

Es gibt eben auch viele positive Aspekte. In der Ausbildung werden die angehenden Polizisten auf den Alltag vorbereitet, in Theorie und Praxis. Da gehören solche Situationen auch dazu. Ich finde es gut, dass Polizisten mit Bodycams ausgestattet werden. Das hat eine deeskalierende Wirkung. Letztlich richtet sich die Respektlosigkeit gegen alle Staatsbeamte, das ist eine gesellschaftliche Entwicklung. Wichtig ist, dass die Kollegen gut ausgebildet sind und professionell auftreten.

Das komplette Interview lesen Sie am Freitag in der gedruckten NWZ und im E-Paper.

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