Ein Ja zur Windkraft, aber eine klare Absage an Windräder direkt am Albtrauf ­ – so lässt sich  der Standpunkt von Gemeinderat und Verwaltung zum geplanten Windpark am Tegelberg zusammenfassen. Deshalb hatte die Gemeinde in ihrer Stellungnahme zum Genehmigungsverfahren gefordert, die drei Windräder so weit wie möglich weg von der Traufkante in Richtung Albhochfläche zu verlagern. Damit fanden die Kuchener aber weder beim Betreiber noch bei den Behörden Gehör.

Weitere Bedenken hinsichtlich Lärmimmissionen und Schattenwurf  wurden ebenfalls vom Tisch gewischt. Der von Kuchen und Gingen nach der Genehmigung des Windparks am 30. Dezember gemeinsam eingeschaltete Anwalt macht den Gemeinden wenig Hoffnung auf Erfolg eines Widerspruchs oder einer Klage. Der Gingener Gemeinderat hatte vergangene Woche beschlossen, keine rechtlichen Schritte einzuleiten.

Das Kuchener Gremium zog nun nach – mit einer Gegenstimme (Ulrike Metzger-Kielkopf) und einer Enthaltung (Volker Man). „Alles, was wir an Begründungen für einen Widerspruch liefern könnten, wurde schon im Genehmigungsverfahren abgehandelt“, betonte Bürgermeister Bernd Rößner. Einige Bürger, die sich mit der Lage der Dinge nicht abfinden wollen, haben am 10. Januar eine Petition mit 150 Unterschriften gegen den Windpark beim Landtag eingereicht. Das Ergebnis steht noch aus.

Weil Kuchen sämtliche Lasten des Windparks am Tegelberg trage, aber keine Vorteile davon hat, erlaubt es der Gemeinderat dem Betreiber Windkraft Baden-Württemberg (WEBW) nicht, seine Stromtrasse vom Tegelberg ins öffentliche Netz auf Kuchener Gemarkung zu verlegen. „Es geht mir hier ums Prinzip“, erklärte der Bürgermeister. Zumal es von Seiten der WEBW diesbezüglich nicht einmal eine förmliche Anfrage  bei der Gemeinde gegeben habe. Es sei lediglich ein Schreiben mit der Frage nach Anschlüssen und Leitungen ins Rathaus geflattert.  Stefanie Schmidt