Jubiläum „Fleißig, musikalisch, begeisterungsfähig“

Eine Aufnahme des Degginger Chores aus dem Jahr 1923. Die Leitung hatte damals Vinzenz Weber (vorne Mitte) inne.
Eine Aufnahme des Degginger Chores aus dem Jahr 1923. Die Leitung hatte damals Vinzenz Weber (vorne Mitte) inne. © Foto: privat
Deggingen / Bettina Verheyen 02.11.2018

Zu den Anfängen des Kirchenchores Heilig Kreuz Deggingen, der in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert, ist die Quellenlage dürftig. Sein Gründungsjahr führen die Chormitglieder zurück auf ein Dokument, das heute im Staatsarchiv Ludwigsburg aufbewahrt wird. Demnach wurde 1818 für das Musikpersonal in Deggingen eine Gehaltserhöhung von vier auf sechs Gulden beantragt – namentlich für Josef Wagner, Leonhard Hötzel und Anna-Maria Wagner. In der Chronik des Kirchenchors heißt es: „Die wenigen vorhandenen schriftlichen Belege machen deutlich, dass die Aktivitäten der beiden existierenden Liederkränze ,Cäcilia’ und ,Concordia’ sowie des Kirchenchores eng miteinander verknüpft waren. Dies liegt nahe, da der jeweilige Lehrer meist auch Chorleiter war und beide Chöre dirigierte“. Ende des 19. Jahrhunderts veranstalteten Kirchenchor und „Concordia“ gemeinsam größere Konzerte, wobei diese Chorgemeinschaft dann  „Oratorienverein“ genannt wurde.

Zwischen 1938 und 1952 leitete der Hauptlehrer Anton Freitag den Degginger Kirchenchor und die Concordia. Die Gottesdienstbesucher bekommen nun Chöre und Messen zu hören, wie sie in Landgemeinden nicht an der Tagesordnung waren. Freitag schreibt über seine Arbeit: „Nach dem Krieg entfaltete sich eine rege Tätigkeit mit der künstlerischen Ausgestaltung der Gottesdienste in der herrlichen Barockkirche. ... Rühmlicher Erwähnung bedürfen hier die Mitglieder des Kirchenchores. Sie alle waren fleißig, musikalisch, begeisterungsfähig und viele mit sehr schönen Stimmen begabt“.

Freitags Nachfolger wird Lehrer Josef Tauchmann (Chorleiter und Organist von 1952 bis 1967), der von den Sängern mit offenen Armen empfangen wird. Anlässlich seiner Amtsübertragung schreiben sie: „.... denn seit dem Wegzug Herrn Freitags ist uns Herr Tauchmann doch schon ans Herz gewachsen, ja, man kann  fast sagen, wir haben diesen Mann mit seinem ruhigen Wesen schon recht lieb gewonnen“.

1967 übergibt Tauchmann Karl Heinz Geier einen auf hohem musikalischem Niveau singenden Kirchenchor, dem Geier viele junge Mitglieder zuführt. Er studiert mit ihm mehrere anspruchsvolle Werke ein, darunter 1983  Mozarts Requiem, das der Kirchenchor am Sonntag bei seinem Jubiläumskonzert auch vortragen wird.

Nach 32 Jahren übergibt Geier Anfang 2000 die Chorleitung an Barbara Weber, die sie aus beruflichen Gründen zwar nur wenige Monate innehaben wird, deren Wirken für die Kirchenmusik in Heilig Kreuz jedoch schon jahrelang prägend war. So hatte sie sich mit großem Engagement und überragendem musikalischem Können der Kinder- und Jugendchorarbeit gewidmet.

Es folgten in rascher Folge und unterbrochen von Vakanzen Walter Dolak, Silvia Göggelmann und Kristina Kuzminskaite als Chorleiter. Unter Thomas Schuster (Leitung von September 2004 bis September 2007) arbeitete der Kirchenchor teilweise eng mit dem Singkreis der evangelischen Christuskirche Deggingen zusammen, mit dem er heute noch eng verbunden ist.

Dann heißt es in der Vereinschronik: „Im September 2007 übernimmt Simon Johannes Fröstl die Chorleitung noch während seines Studiums. Mit hoher Kompetenz und großem persönlichem Engagement leitet er den Chor bis heute. Einer der bisherigen Höhepunkte seiner Arbeit ist sicherlich die Aufführung des ,Messias’ von G.F. Händel im Februar 2015“.

Info Am Sonntag, 4. November, findet das Jubiläumskonzert „200 Jahre Kirchenchor Heilig Kreuz Deggingen“ statt. Chor, Solisten und Orchester bringen das Requiem in D-Moll KV 626 von Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung. Beginn ist um 18 Uhr in der HeiligKreuz-Kirche in Deggingen.

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