Geislingen (Fast) alles bereit für Geislinger Ultralauf

Trainingslauf vor wenigen Tagen auf dem Orchideenpfad, einem Teilstück des „Halb-Traums“ und einer der Löwenpfade. Am 12. Mai gehen rund 40 Läufer auf die 115 Kilometer lange Runde; 60 Sportler haben sich bislang für den 57 Kilometer langen „Halb-Traum“ angemeldet. Wer sich noch anmelden oder über den Lauf informieren möchte, kann dies auf www.alb-traum-100.de tun.
Trainingslauf vor wenigen Tagen auf dem Orchideenpfad, einem Teilstück des „Halb-Traums“ und einer der Löwenpfade. Am 12. Mai gehen rund 40 Läufer auf die 115 Kilometer lange Runde; 60 Sportler haben sich bislang für den 57 Kilometer langen „Halb-Traum“ angemeldet. Wer sich noch anmelden oder über den Lauf informieren möchte, kann dies auf www.alb-traum-100.de tun. © Foto: Frank Bauknecht
Geislingen / Kathrin Bulling 13.04.2018
Bevor am 12. Mai der Ultralauf „Alb-Traum100“ auf dem Albtraufgänger startet, gibt es für die Organisatoren noch einiges zu tun.

Dass die Resonanz so gut sein würde, hätten die Initiatoren des Geislinger Vereins Alb-Traum100 Anfang des Jahres nicht zu träumen gewagt: Bislang gut 100 Läufer wollen am 12. Mai am gleichnamigen Ultralauf auf dem mehr als 100 Kilometer langen Albtraufgängerweg und dem halb so langen „Halb-Traum“ teilnehmen. Mehr als 30 Firmen und Privatpersonen unterstützen die Veranstalter mit Geld- und Sachspenden im fünfstelligen Bereich. Und knapp 100 Freiwillige wollen bei der Premiere helfen.

Die Aktion sei – für alle überraschend – zum Selbstläufer geworden, erzählt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Marco Höpfner: „Ich denke, das liegt daran, weil so viele Menschen von dem Projekt überzeugt sind.“

Hilfe für soziale Projekte

Die Besonderheit des Alb-Traum­100 liegt nicht nur in der Ultradistanz, sondern auch im Benefizcharakter. Alle Einnahmen und Spenden kommen sozialen Projekten zugute: Der Verein unterstützt den Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser im Kreis Göppingen, das Hospiz in Faurndau, das Gutscheinheft der Stadt Geislingen, die Bergwacht Geislingen-Wiesensteig und die GZ-Weihnachtsaktion.

Für den Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer war es keine Frage, den Lauf zu unterstützen – er ist als Vorsitzender der „Erlebnisregion Schwäbischer Albtrauf“ (ESA) sogar Gründungsmitglied des Vereins geworden und hat angeregt, Start und Ziel in den Geislinger Stadtpark, vor die Jahnhalle, zu legen. Dort wird es am Vorabend auch ein Briefing und Maultaschen­essen geben. In der Jahnhalle können die Teilnehmer, die teils aus ganz Deutschland und der Schweiz anreisen, übernachten.

Zwei Wettkampfstrecken wird es am 12. Mai geben: Die große Runde mit 115 Kilometern, die den kompletten Albtraufgängerweg abdeckt und von Geislingen übers Täle zum Reußenstein und am Bossler vorbei über Aichelberg, Gammelshausen, Schlat und Gingen wieder in die Fünftälerstadt führt. Und die kleine Runde mit 57 Kilometern, die nach dem Start in Geislingen bei der Degginger Wallfahrtskirche Ave Maria abzweigt und über Reichenbach und Oberböhringen wieder zurück auf den Albtraufgänger führt. Start ist um 4 Uhr beziehungsweise 9 Uhr morgens.

Wanderer brauchen für die gesamte Alb-Traum-Strecke sechs Tage. Die Veranstalter rechnen damit, dass der schnellste Teilnehmer nach elf, zwölf Stunden wieder im Ziel sein wird. Wem das zu sportlich ist: Die Läufer der großen Strecke haben insgesamt 24 Stunden Zeit. Für die Teilnehmer der kleinen Runde ist nach 15 Stunden Zielschluss – „wer zügig unterwegs ist, kann das auch wandern“, sagt Höpfner. Damit keiner verloren geht, müssen sich die Teilnehmer an jeder Verpflegungsstation abmelden und außerdem ein Handy dabei haben.

Die lange Wettkampfdauer mit Laufzeiten während der Nacht bringt besondere Anforderungen mit sich: Weil sich das Teilnehmerfeld weit auseinander ziehen wird, müssen die Verpflegungsstellen vor allem auf der zweiten Streckenhälfte lange offen bleiben – das bedeutet viele Schichten für die Helfer.

Mehr als drei Stunden soll kein Helfer Dienst schieben; das achtköpfige Vereins-Team ist fleißig am Koordinieren, wer wann wo seinen Platz einnehmen muss.

Fest steht schon, was es an den acht Verpflegungsstellen und im Ziel geben wird: Obst, Schokolade und Gummibärchen, Salz­brezeln, Käse und Wurst, isotonische Getränke, Wasser und Cola.

„Der Vorteil ist, dass wir alle erfahrene Läufer sind, selbst schon viele Ultraläufe gemacht haben und wissen, was man unterwegs braucht“, sagt Rolf Drohmann, der für die Verpflegung zuständig ist. Weil dem Verein der Umweltschutz wichtig ist, sind Einwegbecher verboten.

Wegweiser an kritischen Stellen

Die eigenen Erfahrungen kommen den Organisatoren auch in anderen Bereichen zugute: Sie wissen, wie ärgerlich es ist, wenn man sich unterwegs verläuft. „Wenn ich erschöpft bin, kann ich nicht auch noch nach dem Weg suchen“, erklärt der Vorsitzende Andreas Bulling.

Die Vereinsmitglieder haben deshalb während zahlreicher Begehungen des Wanderwegs kritische Stellen notiert und bringen derzeit rund 70 zusätzliche Schilder für den Albtraufgänger an – im Auftrag des Partners ESA und nach den erforderlichen naturschutzrechtlichen Bestimmungen. „Der Weg ist aber insgesamt schon sehr gut beschildert“, sagt Marco Höpfner. Am Laufwochenende markieren die Veranstalter, wo nötig, zusätzlich mit Sprühkreide.

Auch wenn es noch einiges zu tun gibt – die Macher des Alb-Traum100 fühlen sich gut vorbereitet. Und hoffen darauf, ihren Teilnehmern nicht nur unvergessliche Momente zu ermöglichen, sondern auch, mit ihren Spenden Gutes zu bewirken und zugleich Werbung für die Region machen zu können.