Finanzen „Es geht uns wie den Griechen“

Gammelshausen / Jürgen Schäfer 27.05.2017

Notgedrungen hat der Gemeinderat Gammelshausen ein Sparpaket geschnürt, das Mehrkosten bei der Kinderbetreuung ausgleichen soll. Die Folgen für Bürger: Die Bestattungsgebühren werden ab Januar von 45 auf 60 Prozent Deckungsgrad angehoben. Die Hundesteuer wird um 12 auf 120 Euro im Jahr erhöht.  5500 Euro steuert die Gemeindeverwaltung mit einer Stellenkürzung bei.  Die Gemeinde gibt auch das Energiemangement für das Gemeindehaus auf (1000 Euro), verzichtet auf diverse Mitgliedsbeiträge an Verbände und Vereine (815 Euro) und kündigt die Lieferung von Gesetzestexten (500 Euro).

So können dauerhaft 15 000 Euro hereingespart werden, die durch eine achte Kindergruppe im gemeinsamen Kindergarten mit Dürnau entstehen. Diese achte Gruppe existierte bereits. Sie wurde wegen Rückgang der Kinderzahlen geschlossen und muss mit neuerlicher Zunahme wieder eröffnet werden.

Wegen 15 000 Euro muss Gammelshausen sparen – so verlange es das Landratsamt, sagt Verbandskämmerer Michael Deiß. Weil die Gemeinde von der schwarzen Null oder auch mal mehr leicht ins Defizit rutschen kann. Für 2019 ist das prognostiziert.

„Es geht uns wie den Griechen“, klagt Gemeinderat Friedrich Weiß. „Wir müssen Ja sagen, sonst kriegen wir einen Verwalter.“ Hans Hohlbauch wünscht sich eine Bürgerversammlung zum Thema Sparen, damit die Bürgerschaft Verständnis aufbringe. Besonders die kräftige Erhöhung der Bestattungsgebühren tat den Räten weh. Aber Dr. Christoph Grünwald machte auch darauf aufmerksam, dass man den Bürgern nichts wegnehme, sondern umgekehrt die Gemeinde die Bestattungen subventioniere. Weiß schlug vor, die Gebühren noch weiter anzuheben. „Wir schaffen für die Erben,  und wissen nicht, wo wir sonst sparen können.“ Walter Krummrein war dagegen. Es gebe auch Leute, die unverhofft sterben. Heike Mohring pflichtete bei: „Die Erhöhung ist einfach ein Haufen Geld.“ Bernhard Mürter wandte ein, dass die Gemeinde ebenso „einen Haufen Geld“ in den Friedhof investiert habe.

7000 Euro soll die Erhöhung bringen.  Für ein Reihengrab bedeutet dies in einer groben Auflistung einen Anstieg von 3900 auf 4700 Euro, für ein Urnengrab von 1576 auf 2121, für ein Wahlgrab von 5800 auf 6450 Euro. 

Die Erhöhung der Hundesteuer bringt 950 Euro. Gammelshausen ist mit 120 Euro bald kreisweit in der Spitzengruppe. Die Gemeinde habe aber auch Aufwand, sagt Bürgermeister Daniel Kohl.  Die Zahl der Hunde sei über die Jahre gestiegen.  Eine weitere Tütenstation sei ein Thema für die nächsten Jahre.

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