Vortrag Joey Kelly spricht über das Erreichen von Zielen

Joey Kelly  referierte über Durchhaltevermögen.
Joey Kelly referierte über Durchhaltevermögen. © Foto: Sabine Ackermann
Göppingen / Sabine Ackermann 07.11.2018
Joey Kelly referiert bei der KSK zum Thema „No limits – wie erreiche ich meine Ziele“.

Im Grunde hat Joey Kelly die etwas mehr als 600 Zuschauer mit nur einem Satz auf seiner Seite. Dachte er zuerst, sein Vortrag „No limits – Wie erreiche ich mein Ziel“ findet in Göttingen statt, verrät er. Dem Einstieg nach Maß folgte ein kurzweiliger Vortrag, eine multimediale Zeit- und Weltreise, die jede Menge musikalische Anekdoten enthielt. „Kennen Sie noch die Kelly-Family, gibt es auch jemand zu?“, hakt das Mitglied nach, das nach eigener Aussage laut Bravo-Umfrage in der Beliebtheitsscala mit zwei Prozent letzter war.

Ob der 45-Jährige nun ein sportlicher Spielmann und Sänger ist, der für die Musik brennt oder ein musikalischer Extremsportler, ist völlig schnurz.

Einzigartig ist des Künstlers, Managers und Familienvaters Selbstdisziplin, die ihm erlaubt Dinge zu leisten wie kein anderer. Seinem eisernen Willen ging einst eine Wette voraus. Als Joey Kellys Schwester Patricia an einem Triathlon teilnehmen wollte, machten die Geschwister aus, gemeinsam durchs Ziel zu gehen. Schon nach kurzer Zeit im Wasser zeigte sich, dass sein Trainingszustand weit entfernt davon war. Herrlich, wie selbstironisch er den Film kommentiert, „wäre nicht die Boje zum Festhalten gewesen, wäre ich versoffen“, ulkt der Ironman. Doch er schwamm zurück, überholte zwei ältere Menschen, erreichte das Ziel, und bewies sich sein Durchhaltevermögen.

Das Ausnahmetalent testete seine Grenzen nicht nur bei 40 Grad minus am Südpol, 50 Grad plus in der Wüste oder bei einer Million Schritte in 18 Tagen durch Deutschland, sondern sogar mit einem gebrochenen Schlüsselbein – sein Argument: „Beim Radfahren brauche ich nur meine Beine“. Joey Kelly reduziert sein Erfolgsrezept auf eine einfache Formel: „Einmal mehr aufstehen als ich falle, und ich habe gewonnen“. Immer wieder schlägt er den Bogen zu seiner Familie, auch da gilt die Devise: „Einfach anfangen, machen!“

Nachdem 1974 ihr Bus ausgeraubt wurde, blickte Vater Dan Kelly nach vorne: „Wir haben die Instrumente, wir können Musik machen“, spielten sie als Straßenmusiker. Anfangs habe die Familie noch von Spenden sowie vom Verkauf von Schallplatten oder CDs gelebt, berichtet Kelly. Stundenlanges Musizieren mit Leidenschaft, mittlerweile beliefen sich die Einnahmen an schlechten Tagen auf 3000 bis 5000 und an guten Tagen auf 20 000 bis 30 000 Mark: „Schwarzgeld – Cash in the Tash“, wie er augenzwinkernd verrät.

Während er erzählt, tauchen im Hintergrund Bilder aus jener Zeit im Bus und Hausboot auf. Immer wieder bringt der Redner seinen Vater ins Spiel. Und wenn Kelly berichtet, sein Papa sei ­„unverkäuflich“ gewesen und damit vermutlich „nicht käuflich“ meint, ist das einfach nur authentisch und schön. Sein Dialekt ist angenehm und sein frecher Humor kommt mitunter recht unerwartet.

Kelly rannte auch durch die Wüste

Sport Seit 1996 hat Joey Kelly mehr als 50 Marathons, 31 Ultra-Marathons, 13 Ironman, mehr als 10 Wüsten-Ultra-Läufe, 4 Race Across America, 2 Powerman, 12 Tough-Guy-Race, mehr als 100 Halbmarathons/Triathlon/Volksläufe, 8 x 24-Stunden-Bike- und -Mountainbike absolviert.

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