Deggingen "Ein Stückle zuwarten"

Erst wenn klar ist, welche Schulform verwirklicht wird, soll das Schulhaus saniert werden. Foto: Jürgen Wahr
Erst wenn klar ist, welche Schulform verwirklicht wird, soll das Schulhaus saniert werden. Foto: Jürgen Wahr
Deggingen / JÜRGEN WAHR 06.07.2012
Deggingen stellt die umfangreiche Sanierung seines in die Jahre gekommenen Schulgebäudes vorerst zurück. Die Gemeinderäte wollen das endgültige Schulkonzept der Landesregierung abwarten.

Einstimmig hat Deggingens Gemeinderat am Mittwochabend beschlossen, die aufwendige und umfangreiche Sanierung des in die Jahre gekommenen Schulgebäudes zunächst zurückzustellen. Zwar liegen dafür bereits die Pläne sowie differenzierte Kostenschätzungen vor, die je nach baulicher Gestaltung im Sinne neuzeitlicher Lehrformen von 2,5 bis 3,7 Millionen Euro gehen. Doch wie die endgültige Schulform aussehen wird, steht noch in den Sternen. Im Kern der teilweise kontrovers geführten Diskussion ging es darum, ob die Gemeinde abwarten oder das Gebäude gleich umbauen will.

Die Konzeption, die von Architekt Karl-Heinz Harder aus Deggingen in der Sitzung vorgetragen wurde, sieht unter anderem vier zusätzliche Räume im Dachgeschoss vor. Dort könnten beispielsweise ein Lernatelier und sogenannte Leseecken untergebracht werden, erklärte Schulleiter Frank Henzler. Ziel sei es, das inzwischen 60 Jahre alte Schulhaus baulich an eine individuelle neuzeitliche Schulform anzupassen. Doch auch er weiß noch nicht, wie diese Schulform letztlich aussehen wird. Er plädierte dafür, "ein Stückle zuzuwarten", bis man Erfahrungen mit den Schulformen gesammelt habe, die zurzeit erprobt werden.

Einige Ratsmitglieder unterstützten diese Auffassung, andere wiederum meinten, jetzt sei noch Geld da und man wisse nicht, wie dies in Zukunft aussehe. Der Schulleiter wie auch Bürgermeister Karl Weber rechnen damit, dass sich die Schulform der Zukunft bereits in den nächsten zwei Jahren entwickeln wird und dann mit einem "auf Dauer angelegten und tragbaren Konzept die Investition auf Langzeit Sinn macht."

Um einer möglicherweise teuren Fehlplanung vorzubeugen, kam das Ratsgremium schließlich überein, das Sanierungsvorhaben fürs Erste zurückzustellen.