Albaufstieg „Dracki“ erhält Geld aus Drackenstein

Bis zu 600 Millionen Euro kann die neue Trassenführung, die E-Trasse, der A8 kosten. Die alternative Streckenführung auf der K-Trasse der Bürgerinitiative A8 Drackensteiner Hang wäre zwar wenige Kilometer länger, dafür aber um 80 bis 100 Millionen Euro günstiger
Bis zu 600 Millionen Euro kann die neue Trassenführung, die E-Trasse, der A8 kosten. Die alternative Streckenführung auf der K-Trasse der Bürgerinitiative A8 Drackensteiner Hang wäre zwar wenige Kilometer länger, dafür aber um 80 bis 100 Millionen Euro günstiger © Foto: QUELLE: BÜRGERINITIATIVE, REGIERUNGSPRÄSIDIUM / GRAFIK: SWP
Drackenstein / SWP 31.07.2018
Nach der Abfuhr aus Bad Ditzenbach hat die „Bürgerinitiative A8 Drackensteiner Hang“ eine gute Nachricht aus Drackenstein erhalten: Es gibt Geld.

Vor wenigen Wochen hatten die Gemeinderäte aus Bad Ditzenbach den Antrag auf einen Zuschuss in Höhe 26 500 Euro noch abgelehnt. Das Geld benötigt die Initiative, um die Pläne einer alternativen Trassenführung der A8 auf die Alb (K-Trasse) zu überarbeiten.

Wie berichtet, würde die vom Regierungspräsidium Stuttgart favorisierte E-Trasse durch eine Brücke das Gosbachtal im Bad Ditzenbacher Teilort Gosbach zerschneiden. Dies ließe sich mit einem Tunnel verhindern, glaubt die Bürgerinitiative. Diese Alternative wurde vom Regierungspräsidium Stuttgart aber nicht in den aktuellen Plänen berücksichtigt.

Die Bürgerinitiative möchte mit dem Geld den Planer bezahlen, der die K-Trasse auf den aktuellen Stand bringen soll. Die Sprecher der Initiative hoffen, dass das Regierungspräsidium ihre alternative Streckenführung ernsthaft prüft.

Die Bürgerinitiative befürchtet durch die E-Trasse eine enorme Belastung durch Verkehrslärm und Abgase für die Menschen in Gosbach und Drackenstein. Außerdem zerstöre die E-Trasse unwiederbringlich die Natur im Gosbachtal.

Mit welchen weiteren Argumenten die Sprecher der Initiative für ihr Vorhaben warben und was Drackensteins Bürgermeister Klaus-Dieter Apelt davon hält, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der GEISLINGER ZEITUNG und in deren ePaper.

K-Trasse wäre zwar länger, dafür um bis zu 100 Millionen Euro günstiger

Die E-Trasse überquert über zwei Brücken das Filstal bei Mühlhausen (800 Meter lang) und das Gosbachtal unterhalb von Drackenstein (460 Meter lang). Hinzu kommen zwei Tunnel, einer mit 1200 Meter Länge am Albtrauf (Himmelsschleifentunnel) und einer mit 1700 Meter Länge bei Drackenstein (Drackensteintunnel). Sie ist 7,6 Kilometer lang.

Die K-Trasse kommt mit einer Brücke (1350 Meter lang) über das Filstal aus. Sie ist mit 120 Meter Höhe mehr als doppelt so hoch wie ihr Pendant  bei der E-Trasse, was die Luft- und Lärmbelastung im Tal mindern soll. Bei der Himmelschleife, dort wo sich derzeit die Autobahn trennt, soll die 10,6 Kilometer lange K-Trasse in einem 1650 Meter langen Tunnel bis zur Albhochfläche bei Hohenstadt fortgeführt werden – bis etwa zu jener Stelle, an der die jetzigen A 8-Strecken wieder zusammenkommen.

Die Umwelt leidet weniger unter der  K-Trasse, argumentiert die Bürgerinitiative. Denn bei ihr verschwindet die Autobahn quasi komplett im Tunnel. Sie durchsticht das Gosbachtal nicht, was der Bürgerinitiative sehr wichtig ist. Das Tal als eine der empfindlichsten Stellen des Albtraufs, etwa durch die Krähensteigquelle und diverse Feuchtbiotope, würde nicht zerstört. Zudem sei das Tal die „Frischluftschneise“ für Gosbach und  Bad Ditzenbach. Die K-Trasse  benötigt kaum neue Flächen, somit seien auch weit weniger Eigentümer davon betroffen. Bei der E-Trasse wären es um die 240 Grundstücksbesitzer.

Etwa 600 Millionen Euro würde der Bau der E-Trasse nach jetzigem Standkosten. Die K-Trasse wäre um 80 bis 100 Millionen Euro günstiger, sagen die Mitglieder der Bürgerinitiative. Auch der Unterhalt sei billiger: So könnte bei der E-Trasse vor allem der Winterdienst auf der Gosbachtalbrücke für Probleme sorgen. Dies sei bei der kompletten Tunnellösung nicht der Fall.

Noch bis 24. September können beim Regierungspräsidium (RP) Stuttgart Stellungnahmen zum Projekt eingereicht werden. Informationen gibt es beim RP auf: https://rp.baden-wuerttemberg.de

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