Kreis Göppingen Heike Baehrens sieht Wege aus dem Pflegenotstand

Die SPD konzentriert sich auf ihre Ziele, um ihr Profil wieder zu schärfen, sagt die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens im Interview mit GZ und NWZ.
Die SPD konzentriert sich auf ihre Ziele, um ihr Profil wieder zu schärfen, sagt die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens im Interview mit GZ und NWZ. © Foto: Alexander Jennewein
Kreis Göppingen / ija/sus 07.09.2018
Es braucht bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, um Fachkräfte zu gewinnen, sagt die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens im Interview.

36 000 Stellen in der Alten- und Krankenpflege sind unbesetzt und die Prognosen sind noch düsterer. Das zeigt sich auch im Kreis Göppingen: Die Wilhelmshilfe entschied im Januar einen Aufnahmestopp wegen Personalmangels. „Das zeigt, dass die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessert werden müssen“, sagt die Göppinger SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens im Sommer-Interview mit der GZ und der NWZ, das am Samstag erscheint. Baehrens ist Pflegebeauftragte ihrer Fraktion und setzt sich dafür ein, dass der Pflegeberuf wieder aufgewertet wird.

13 000 zusätzliche Stellen in der Pflege

Mit dem „Sofortprogramm Pflege“, das aktuell als Gesetzesentwurf vorliegt, will die Bundesregierung 13 000 zusätzliche Stellen in Pflegeeinrichtungen schaffen. Dann gibt es noch die „Konzertierte Aktion Pflege“ unter Federführung von Gesundheits-, Arbeits- und Familienministerium und Beteiligung aller Akteure in der Pflege. „Mit diesem Doppelpack soll der Pflegeberuf aufgewertet werden, damit wir aus dem Pflegenotstand herauskommen“, erklärt die Abgeordnete.

Mehr Personal und verlässliche Arbeitszeiten

Doch es fehlt an Fachkräften, um die Stellen zu besetzen. Damit Teilzeitkräfte aufstocken und Pflegekräfte in den Beruf zurückkehren, brauche es zum einen mehr Personal in den Einrichtungen und zum anderen eine bessere Arbeitsorganisation, also zum Beispiel familienorientierte und verlässliche Arbeitszeiten. Auch mit qualifiziertem Personal aus dem Ausland könne man Abhilfe schaffen – der Aufwand sei allerdings groß, da man Ausbildung und Abschlüsse sowie Sprachkenntnisse sorgfältig prüfen müsse.

Das große GZ-Interview: Was Heike Baehrens zum Streit der Union sagt, warum sie die Umfragewerte der AfD mit großer Sorge erfüllen und wie sie den Ausbau der B 10 einschätzt, das lesen Sie im E-Paper sowie in der Printausgabe der GZ (Samstagsausgabe, 8. September).

Zur Person

Heike Baehrens, geboren am 21. September 1955, ist seit 2013  SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Göppingen. Als Pflegebeauftragte ihrer Fraktion und Vorsitzende des Ausschusses Globale Gesundheit konzentriert sie sich auf das Wohl von Pflegebedürftigen und Patienten. Sie ist zudem stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales.

Seit 1988 gehört die gebürtige Niedersächsin der SPD an. Von 1989 an saß sie  im Stuttgarter Gemeinderat und war von 1992 bis 1996 stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion. Die gelernte Bankkauffrau studierte später Religionspädagogik und arbeitete als Diakonin, als Geschäftsführerin und als stellvertretende Vorstandsvorsitzende im Diakonischen Werk Württemberg. Die 62-Jährige ist verheiratet, hat zwei Töchter und vier Enkelkinder.

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