Kreis Göppingen Albverein: „Der Filsgau lebt“

Hartmut Neumann, Wegewart der Geislinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, und Holger Bäuerle, Tourismus-Manager des Landkreises Göppingen, befestigen die neuen Löwenpfade-Schilder zwischen Geislingen und Amstetten. Der Albverein hat wesentlichen Anteil an der Entstehung dieses neuen touristischen Angebots.
Hartmut Neumann, Wegewart der Geislinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, und Holger Bäuerle, Tourismus-Manager des Landkreises Göppingen, befestigen die neuen Löwenpfade-Schilder zwischen Geislingen und Amstetten. Der Albverein hat wesentlichen Anteil an der Entstehung dieses neuen touristischen Angebots. © Foto: Alexander Jennewein
Kreis Göppingen / Peter Hadrysiewicz 14.03.2018
Wanderangebote zuhauf und viel ehrenamtliche Arbeit beim Unterhalt des Wegenetzes: Die Bilanz im Filsgau überzeugt.

Es waren zwar nur drei Worte, doch das Lob hätte kaum größer sein können: „Der Filsgau lebt“, konstatierte die Landtagsabgeordnete Nicole Razavi in ihren Grußworten bei der Gauversammlung des Schwäbischen Albvereins in Geisling­en. Gauwanderwart Armin Raff nannte hierzu beeindruckende Zahlen in seinem Bericht: Im vergangenen Jahr fanden im Filsgau 934 Wanderungen statt mit insgesamt 16.514 Teilnehmern, die dabei 8202 Kilometer zurücklegt. Darunter waren 428 Halbtagswanderungen und 301 Tageswanderungen. Für die Planung der Wanderungen wendeten die Wanderführer 6786 Stunden auf.

Gauwegwart Manfred Winkler, zugleich stellvertretender Gau-­Vorsitzender, berichtete über viele Aufgaben – Besprechungen, Schulungen, Freizeitwegekonzepte, Beschilderungen der Löwenpfade – und hatte ebenso Zahlen parat. Zum Jahresende 2017 waren demnach 521 Arbeitsstunden zusammengekommen. Winkler selbst war rund 1000 Kilometer mit dem Auto im gesamten Filsgau unterwegs. Robert Arold, seit März 2017 Winklers Stellvertreter, kam auf 317 Arbeitsstunden. Und die 55 Wegwarte und Wegpaten überprüften in 1600 Arbeitsstunden insgesamt 1269 Kilometer Wegstrecke. Bei der CMT in Stuttgart wurden bereits neun Löwenpfade als qualifizierte Wanderwege ausgezeichnet.

Eine Erfolgsgeschichte sind die inzwischen 15 Löwenpfade, zer­tifizierte Wanderwege im Kreis Göppingen, an deren Konzeption der Albverein im Rahmen der Freizeitwegekonzeption des Landkreises wesentlichen Anteil hatte. Einen Wermutstropfen gab es trotzdem: Durch den demografischen Wandel werde möglicherweise die Pflege der Wege nicht mehr zu 100 Prozent sichergestellt werden, sagte Winkler. Ein entsprechendes Engagement der Städte und Gemeinden werde in Zukunft noch mehr notwendig werden.

Außerdem sprach Winkler das Thema Mountainbike an. In diesem Jahr sind insgesamt sieben zertifizierte Rundstrecken mit 300 Kilometer Länge vorgesehen, die sich „Löwentrails“ nennen.

Im Naturschutzbericht von Jürgen Fitzner – der Albverein ist auch ein anerkannter Naturschutzverband – wurde ebenso das große Engagement deutlich: 16 Ortsgruppen haben einen oder auch mehrere Naturschutzwarte – insgesamt 28 Mitarbeiter im Bereich Naturschutz und Landschaftspflege. Im Vorjahr gab es 36 Biotoppflegeeinsätze auf einer Gesamtfläche von etwa 10,5 Hektar. Hierbei leisteten 68 Helferinnen und Helfer 676 Arbeitsstunden. Bei insgesamt 15 Putzaktionen waren 144 Helfer im Einsatz, unterm Strich kamen 431 Arbeitsstunden zusammen. Bei 92 Kon­trollgängen fielen 232 Stunden an. Außerdem fanden 21 Wanderungen mit naturkundlichen Themen statt.

Der Gau-Vorsitzende Rainer Maier erinnerte in seinem Bericht daran, dass im vergangenen Jahr vier Ortsgruppen – Eybach, Eschenbach, Ebersbach und Hohenstaufen – ihr 125. Jubiläum gefeiert hatten. Im April ist nun die Ortsgruppe Holzheim an der Reihe. Zudem habe es bei vielen Ortsgruppen Sonderehrungen für verdiente Mitglieder gegeben. Dabei wurden 20 silberne Ehrennadeln und fünf Ehrenschilde verliehen. Drei silberne Ehrennadeln stehen demnächst an.

In Heiningen gab es einen Stabwechsel von Karl Leichtle zu Gerhard Fezer. Dagegen hatte sich die Ortsgruppe Bad Überkingen Ende 2017 aufgelöst, weil niemand mehr ein Führungsamt übernehmen wollte. Maier versäumte es jedoch nicht, der ehemaligen Ortsvereins-Chefin Lisbeth Buck für insgesamt 34 Jahre Vorstands­tätigkeit zu danken.

Maier erläuterte in der Versammlung zudem das Konzept eines Wegpflegetrupps für den Filsgau, bestehend aus vier bis fünf Personen. Ausgearbeitet haben es Winkler und Arold. Ersterer hat sich als Zweiten Stellvertreter für die Wegarbeiten im Filsgau Raimund Weiler aus Süßen ausgesucht, der die 52 Kilometer Hauptwanderwege in Absprache mit den Ortsgruppen, betreuen soll.

Abschließend wies Maier auf das Landesfest in Kirchheim am 9. und 10. Juni hin. Auch im kommenden Jahr werde es ein Landesfest geben – und zwar vom 17. bis 19. Mai in Schwäbisch Gmünd im Zusammenhang mit der Remstalgartenschau.

Die Verantwortung für die Gaujugend und die Familienarbeit trägt die Familie Lippmann. Offizielle Gaujugendwartin ist Iris Lippmann. Das Team Lippmann ist sehr zufrieden nach dem ersten Jahr dieser Tätigkeit, wünscht sich allerdings noch etwas mehr Beteiligung bei den Angeboten für den Nachwuchs. Im Vorjahr kamen zum Eislaufen in die Eishalle in Adelberg gut 50 Kinder, die Kindertheatervorstellung „Sturmvogel“ in Süßen fand dagegen keinen Zuspruch.

Ein weiteres Highlight: Das Eseltrekking mit Team der Zachersmühle.

In Gruibingen bietet die Albvereins-Ortsgruppe seit diesem Jahr spezielle Angebote für junge Familien mit kleinen Kindern an, wie etwa im April die Aktion „Wir bauen ein Bienenhotel“. Diese Familiengruppe soll sich dauerhaft etablieren.