Projekt Flüchtlingskinder drehen Film über ihr Leben

 „Wie erzähle ich meine Geschichte?“ ist das Motto des Workshops. Die Jugendlichen drehen darin einen Dokumentarfilm über sich selbst, ihr Leben und ihre Erinnerungen.
„Wie erzähle ich meine Geschichte?“ ist das Motto des Workshops. Die Jugendlichen drehen darin einen Dokumentarfilm über sich selbst, ihr Leben und ihre Erinnerungen. © Foto: Giacinto Carlucci (Symbolbild)
Göppingen / Ayca Balci 13.06.2017
Flüchtlingskinder im Bodenfeld werden selbst zu Regisseuren und drehen ihren eigenen Film – Im Fokus steht ihr eigenes Leben.

DokuFiction heißt das neue Projekt, welches die Kunsthalle Göppingen in Kooperation mit dem Haus der Jugend auf die Beine gestellt hat. Hinter der Aktion steckt das Projekt „ArtSpace­City“, das in den vergangenen drei Jahren durch Workshops den Göppinger Jugendlichen das Teilhaben am Stadtleben in Form von Kunst ermöglichen sollte. Dieses Mal geht es zwar ebenfalls um Kunst – aber auch um viel mehr.

 Die Teilnehmer im Alter von 13 bis 16 Jahren sollten gemeinsam mit der Kunstvermittlerin Anna Schiefer und dem Videokünstler Gabriel Rossell Santillán einen fiktionalen Dokumentationsfilm zu Themen, die ihnen wichtig sind, produzieren. „Wir waren jedoch sehr überrascht, dass sich so viele Flüchtlingskinder für den Workshop interessiert haben“, erzählt Schiefer.

Arbeit mit Erinnerungen

Aus diesem Grund haben die Kunstvermittlerin und der in Mexiko geborene Künstler das Konzept des Projektes auf die Teilnehmer angepasst. „Diese Kinder haben eine ganz spezielle Geschichte“, betont die 34-jährige Stipendiatin des Kulturhaus Stuttgart und erklärt, dass deshalb beim Arbeiten mit den Erinnerungen der Kinder und Jugendlichen besonders viel Sensibilität gefordert sei.

So wurde ihr eigenes Leben zum Inhalt des Drehbuchs. „Wie erzähle ich meine Geschichte?“- das ist das Motto des Workshops, der noch bis Ende der Woche geht.  Das Genre des entstehenden Filmes sei das Leben selbst, so die Kunstvermittlerin. „Der Hintergrund der Jugendlichen steht im Vordergrund“, deshalb stelle sich jeder für die Geschichte des anderen zur Verfügung, erklärt Schiefer.

Um den Jugendlichen die Scheu vor der Kamera zu nehmen, wurde am Montag, dem ersten Tag des Workshops, direkt gefilmt. Die Teilnehmer lernen alle Schritte der Filmproduktion kennen: Ein Drehbuch entwickeln, filmen und schneiden. „Wie das Endergebnis aussehen wird, wissen wir selber noch nicht“, meint Künstler Rossell Santillán.

Am Freitag soll der Film intern unter den Teilnehmern und Organisatoren des Projekts vorgeführt werden, „aber wir sind uns sicher, dass der Film künstlerischen Wert hat und überlegen uns deshalb, ihn auch in der Kunsthalle zu zeigen“, fügt Schiefer hinzu.