Grüngutplätze Grüngut: Öffnungszeiten sollen gekürzt werden

Die AWB betreiben mehrere Grüngutsammelplätze im Kreis, wie in Bezgenriet oder Rechberghausen.
Die AWB betreiben mehrere Grüngutsammelplätze im Kreis, wie in Bezgenriet oder Rechberghausen. © Foto: Giacinto Carlucci
Hattenhofen / Jürgen Schäfer 09.11.2018
Der Hattenhofer Gemeinderat protestiert gegen geplante Kürzung der Öffnungszeiten des Grüngutplatzes am am Samstag.

Das Abfallwirtschaftsamt des Landkreises hat eine Bilanz der Anlieferung auf den Grüngutplätzen vorgelegt und daraus den Schluss gezogen: Den Samstag Vormittag kann man sich sparen. Nur sehr wenige kämen schon um 9 Uhr. Im nächsten Jahr solle in der Saison von April bis November der Platz in Hattenhofen erst um 13 Uhr aufgemacht werden, für fünf Stunden im Zeitraum bis Oktober und für vier im November. Das Aufkommen in Hattenhofen gehöre zu den geringeren im Landkreis. Pro Woche seien es 489 Anlieferungen, das seien 163 pro Öffnungstag, wobei der Samstag mit 227 der stärkste Tag sei.

Im Hattenhofer Gemeinderat trifft das auf völliges Unverständnis. Jürgen Kehm kritisierte die Logik des AWB: „Am Tag, wo am meisten kommen, wird die Zeit heruntergestrichen.“ Und dies um vier Stunden. „Wie soll das logistisch laufen?“

Bernad Hack kann auch nur den Kopf schütteln. Er sehe, was da abgehe, und es sei ihm ein Rätsel, wie das an einem durchschnittlichen Samstag gehen solle. „Da geht’s schon jetzt ab wie d’ Sau, wie im Taubenschlag.“ Wenn das geballt komme in nur fünf Stunden, „bricht das Chaos aus“.

Kürzungspläne sei „ein Kasperletheater“

Bernd Liebrich malt aus, wie es sich für einen Anlieferer darstelle. Sei er berufstätig, habe er an Dienstagen und Donnerstagen vielleicht noch die Chance, zum Grüngutpatz zu kommen. Am Samstag sei 9 Uhr vielleicht etwas früh, aber so um 11 Uhr sei die erste Fuhre voll, und dann müsse man den Hänger auch leeren. Wenn erst um 13 Uhr offen sein solle, „ist das Mist“.  Er gibt auch zu bedenken: Wenn mal zwei Samstage schlechtes Wetter sei, sei am dritten die Hölle los.

„Lassen, wie’s ist“, forderte Günter Gaul. Für ihn sind diese Kürzungspläne ein Kasperletheater und das Allerletzte wieder, was man von den Behörden erlebe. „Das ist wie immer bürgernah“, kritisierte er, „die bauen die Plätze mit Steuergeld und die Bürger schauen in die Röhre.“  Ulrich Gößl findet es zudem vorschnell, dass das Abfallwirtschaftsamt nach so kurzer Laufzeit schon einen so drastischen Einschnitt vornehmen wolle.

Ob’s bei 9 Uhr bleiben muss – der Tenor im Gemeinderat lautete: spätestens um 10 Uhr müsse offen sein. Das ist für Bernd Hack „das höchste der Gefühle. Später geht überhaupt nicht.“ 

Der Hattenhofer Gemeinderat hat sich schon Anfang des Jahres über die Öffnungszeiten am Grüngutplatz geärgert. Damals forderten die Räte einen zweiten Öffnungstag in der Woche für die „Hauptschneidezeit“ bis Ende Februar, auch längere Öffnungszeit am Samstag. Eine Änderung kam dann: Es gab einen zweiten Öffnungstag bis Ende März von 14 bis 18 Uhr. Im kommenden Jahr wird er um eine Stunde gekürzt, von  14 bis 17 Uhr, in den sechs Wochen ab Mitte Februar.

Bürgermeister Jochen Reutter will die Kritik beim Abfallwirtschaftsbetrieb anbringen. „Ich bin erprobter Kämpfer, was den Grüngutplatz betrifft.“ Er rechnet vor: Bei einer Öffnungszeit von Samstag 10 Uhr spreche man über 10 000 Euro mehr für alle Grüngutplätze im Kreis. „Bei einem Haushalt für 250 000 Einwohnern.“

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