Adelberg "Best of Soul" bei den Freilichtspielen Adelberg

Adelberg / INGE CZEMMEL 07.07.2015
Ein Musik-Feuerwerk - was könnte sich dafür besser eignen als das Ambiente des Adelberger Klosterhofs? Die Lumberjack Bigband, Max Mutzke, Saint-Lu und Edo Zanki heizten die Hitzewelle zusätzlich an.

Der Schweiß rann beim mit Fächern, Sonnenhüten und Wasserflaschen ausgerüsteten Publikum in Strömen. Würde es Bigbandleader Alexander Eissele trotz der schweißtreibenden, abendlichen 30 Grad gelingen, die Betriebstemperatur noch weiter anzuheizen? Jazz-Hands, Soul-Clap-Hands und Balladen-Armschwenks wollte er sehen und die Menschen auf den Rängen enttäuschten ihn nicht. Ließen die Lumberjacker das Publikum doch bereits beim ersten Stück - "Sussudio" von Phil Collins - ahnen, dass es sich auf einen auf musikalisch hohem Niveau stehenden Abend freuen durfte.

Beim Auftritt von Max Mutzke, der von der Klosterwiese Adelberg und den Lumberjackern fast nicht mehr wegzudenken ist, kam es beim unverwüstlichen "Just can't wait until tonight" auch gleich stimmlich zum Einsatz. Der Sänger, der wieder mit seiner impulsiven Bühnenpräsenz bestach, überzeugte nicht nur mit seiner unnachahmlichen Stimme, er stellte auch Wandlungsfähigkeit und Facettenreichtum unter Beweis.

Sein "Song für dich" erinnerte ein bisschen an Roger Cicero. Mit dem jazzigen "Telefon" brachte er das Publikum nicht nur zur kollektiven Hechelbegleitung, er hielt zu dessen Begeisterung auch den letzten Ton eine gefühlte Minute lang. Nicht minder beeindruckte er mit der emotionsgeladenen Liebes-Ballade "magisch".

Mit dem Duett "Love is a wonderful thing", holte er Saint Lu auf die Bühne. Die in Berlin lebende Österreicherin, die ihren Stil selbst als "Soul'n'Roll" bezeichnet, hatte zwei eigene Kompositionen im Gepäck.

Die Bigband-Arrangements dazu wurden eigens für den Abend und die Lumberjacker geschrieben, die während des gesamten Konzertes souverän den Klangteppich ausrollten und zudem immer wieder raffinierte Instrumenten-Solis vom Feinsten boten. Stimmlich präsent trugen auch die beiden "Backings" Carina Stetter und Linda Kyei zum stimmig runden musikalischen Gesamtbild bei. So auch als das Urgestein der deutschen Soul-Historie und legendärer Musikproduzent der Edo Zanki mit sonorer Stimme erklärte: "Kein Tag tut mir leid" um anschließend mit seiner unter die Haut gehenden Stimme "I've got you under my skin" noch eins draufzusetzen.

Nach der Pause gönnte eine einzelne Wolke am Adelberger Klosterhimmel dem unermüdlich mitklatschenden, inzwischen schweißgebadeten Publikum eine kurze erfrischende Naturdusche, die auch den Musikern gut tat. Noch einmal boten Edo Zanki, Saint Lu und Max Mutzke, begleitet von den Lumberjackern Soloparts vom Feinsten. Einer der Höhepunkte jedoch das Duett "Me and Mrs. Jones", bei dem Max Mutzke und Saint Lu neben viel Stimme auch ihr schauspielerisches Talent aufblitzen ließen.

Mit Alicia Keys "Empire State of mind" kam endlich auch die Aufforderung nach vorne zu kommen und vor der Bühne zu tanzen. Mitsingen, tanzen, klatschen - das Verlassen der einengenden, klebrig gewordenen Sitze wirkte so befreiend, dass die Stimmung beim Finale geradezu überschäumte und sich so mancher fragte: "Wozu braucht es hier überhaupt Sitzplätze?"
 



Info: Nächste Aufführungen sind das Kinderstück "Hänsel und Gretel" am Donnerstag und das A-Cappella-Konzert mit "Viva Voce" am Sonntag.