Jugend Leiter des Jugendtreffs: „Bei uns ist es familiär“

René Schamarek (links) spielt gerne mit Jugendlichen am neuen Tischkicker. Seit 17 Jahren leitet er den Kuchener Jugendtreff.
René Schamarek (links) spielt gerne mit Jugendlichen am neuen Tischkicker. Seit 17 Jahren leitet er den Kuchener Jugendtreff. © Foto: Claudia Burst
Kuchen / Claudia Burst 16.08.2018
Seit 17 Jahren ist René Schamarek Leiter des Jugendtreffs in Kuchen. Noch nie gab es einen Einbruch der Besucherzahlen.

Bei uns ist es familiär. Da spielen die Großen mit den Kleinen, alle gehören dazu“, sagt René Schamarek. Das ist vermutlich nur einer von vielen Gründen, warum der Jugendtreff in Kuchen seit vielen Jahren eine Erfolgsstory ist – und warum es dort in 17 Jahren noch nie einen relevanten Einbruch bei den Besucherzahlen gab. Durchschnittlich besuchen zwischen 35 und 40 Kinder jeden der vier Jugendtreff-Abende, die pro Woche stattfinden.

Der Hauptgrund heißt René Schamarek. Der 41-Jährige ist gelernter Erzieher und seit Ende seiner Ausbildung, also seit 17 Jahren Leiter des Kuchener Jugendtreffs. Diese Kontinuität und sein nicht versiegender Einsatz für die Kuchener Kinder zahlen sich aus. „Dabei bin ich schon streng. Und konsequent. Anders geht es nicht. Das musste ich auch lernen.“

Im Kuchener Jugendtreff im Untergeschoss der Spitzenbergschule treffen sich alle – pflegeleichte Jugendliche und schwierige, Kinder und Betreuer mit und ohne Handicap, Kinder ab neun Jahren und ehemalige mit 25, die sich dort immer noch wohlfühlen. Der Jugendtreff findet zuverlässig immer an allen Öffnungszeiten statt. „Das ist unglaublich wichtig. Die Jugendlichen sollen nie vor verschlossenen Türen stehen. Wenn ich nicht kann, finde ich einen anderen Betreuer. Immer“, betont René Schamarek.

Natürlich gebe es auch im Treff ab und zu Probleme, Ärger, Unstimmigkeiten, erzählt der Pädagoge, fügt aber hinzu: „Aber noch nie größere Konflikte.“ Wenn einer die Regeln nicht befolgt, gibt es Konsequenzen wie etwa ein zeitbegrenztes Hausverbot oder Putzdienst. Danach darf man wiederkommen. „Jugendliche brauchen einfach einen Ort, wo sie sich allein entwickeln dürfen. Und wo sie Fehler machen dürfen“, ist der gebürtige Kuchener überzeugt. Ein weiterer Anziehungspunkt: „Hier findet jeder immer einen Spielpartner. Außer mir gibt es die Praktikanten, die ein FSJ oder ein Anerkennungsjahr absolvieren. Oder eben die anderen Kinder in den unterschiedlichen Altersklassen.“

René Schamarek war selber als Kind mit Begeisterung Besucher im Maikäferhäusle in Geislingen, als Jugendlicher dort sogar ehrenamtlicher Vorsitzender. „Ich fand es toll, mitverantwortlich zu sein“, sagt er heute. Diese Mitverantwortlichkeit ist auch im Jugendtreff ein zentraler Punkt. „Die Jugendlichen helfen aktiv bei unterschiedlichen Projekten mit und überlegen sich Aktivitäten für alle“, erzählt der Erzieher. Dafür gibt es einen ehrenamtlichen Vorstand, der sich jede Woche trifft und wo sich neben Schamarek und anderen Betreuern auch mindestens acht Jugendliche einbringen. „Aber auch die anderen lernen im Lauf der Zeit, dass ihr eigener Einsatz gefragt ist.“ Das gilt für die Mitarbeit beim Kuchener Hock oder Weihnachtsmarkt genauso wie bei Großprojekten: Als etwa der Umzug aus dem Container, in dem alles anfing, in die neuen Räumlichkeiten in der Schule anstand. „Die damaligen Jugendlichen halfen intensiv beim Umbau mit.“

Oder erst vor Kurzem, als die Jugendlichen sich einen besonderen, aber teuren Tischkicker wünschten. „Dafür haben sie Unkraut an der Ankenhalle gejätet, die Registratur im Rathaus umgezogen, die Freibadausrüstung für den Winter eingemottet, lauter solche Sachen.“

Der Einsatz der Jugendlichen wird im Rathaus wahrgenommen. „Uns geht es gut bei der Gemeinde, da werden wir wirklich sehr unterstützt“, lobt Schamarek. Einen Teil seines Arbeitseinsatzes verbringt er im Rathaus-Büro, „weil hinter den Aktivitäten mit den Jugendlichen viel mehr Aufwand steckt als man denkt.“ Sei es das Organisieren des Ferienprogramms, das Beantragen von Fördergeldern oder die zuverlässige regelmäßige Berichterstattung – mit Fotos – im Kuchener Mitteilungsblatt.

Auch für die Schule aktiv

Nicht zuletzt hat René Schamarek die Ganztagesbetreuung an der Spitzenbergschule mitentwickelt und kooperiert mit Spiel- und Aktivitätsangeboten mit den jetzigen Verantwortlichen.

Seine freie Zeit investiert der 41-Jährige am liebsten in Unternehmungen mit seiner Familie, zu der seine Frau und zwei kleine Kinder gehören. So gern er seine Arbeit macht – jetzt freut sich auch René Schamarek auf seinen Jahresurlaub.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel