Nach langem Ringen scheint nun eine Lösung für die künftige Verkehrsanbindung der Gemeinde Salach nach dem Rück­bau der alten B 10 gefunden zu sein. Zwei dreiarmige Kreisverkehre sollen künftig gewährleisten, dass der Verkehr in Richtung Ortsmitte und zum Gewerbegebiet Dugendorf reibungslos rollt. Wie Bauamtsleiter Hannes-Dietrich Keyn auf Nachfrage erklärte, habe das Regierungspräsidium Stuttgart Zustimmung zu der von der Verwaltung und dem Gemeinderat favorisierten Planungsvariante signalisiert.

In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats erläutere Keyn die Planung des Büros Modus Consult aus Ulm. Demnach soll der Verkehr von der alten Bundesstraße, die künftig nur noch zwei Fahrspuren haben wird, in und aus Richtung Ortsmitte über einen Kreisverkehr rollen. Damit ist die ursprünglich vom Land vorgesehene Schließung der bestehenden Einmündung von der Hauptstraße in die B 10 alt vom Tisch. Die zuletzt vom Regierungspräsidium vorgesehene Planung hatte vorgesehen, die Ortsmitte sowie das Gewerbegebiet Dugendorf über einen vierarmigen Kreisverkehr in Höhe der Hauffstraße abzuwickeln. Hintergrund dieser Lösung war, dass so der entlang der Straße geplante Radschnellweg nicht unterbrochen wird.

Die vom Land favorisierte Variante hätte jedoch für die Bewohner der Hauffstraße eine deutliche Zunahme des Verkehrs bedeutet. Die Gemeinde hatte sich deshalb für den zweiten Kreisel an der jetzigen Einmündung zur Hauptstraße stark gemacht. Für die Finanzierung beider Kreisverkehre sind im Haushaltsplan 755 000 Euro vorgesehen. Allerdings fallen für die Gemeinde nun voraussichtlich Mehrkosten  an, weil nun eine andere Rückbaulösung umgesetzt wird als die vom Regierungspräsidium vorgeschlagene. Bürgermeister Julian Stipp wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der geplante Radschnellweg nicht gemäß den Richtlinien – nämlich querungsfrei – realisiert werden kann, da er vom westlichen Kreisel unterbrochen wird. Dort müssen Radler dann die Hauptstraße überqueren. Entgegen der Planung des RP soll der Kreisel zum Gewerbegebiet weiter nach Westen verlegt werden.

Dass die Hauffstraße mit der neuen Lösung von Verkehr und  Lärm entlastet wird, wurde im Gremium positiv aufgenommen. Gemeinderat Wolfgang Arnold (CDU) bemängelte aber, dass die Gemeinde die Kosten tragen müsse. Birgit Rapp-Zeiser (SPD) regte an, darüber noch mal mit dem Regierungspräsidium zu verhandeln. Der Rathauschef nahm den Vorschlag auf. Trotz kontroverser Diskussion, stimmte der Gemeinderat dem Antrag der Verwaltung mehrheitlich zu.

Gemeinde zahlt für Kreisel


Rückbau Auf der alten B 10 zwischen Eislingen und Süßen soll der Verkehr künftig nur noch auf zwei Fahrspuren rollen.

Radschnellweg Auf der frei werdenden Fläche soll ein Abschnitt des geplanten Radschnellwegs durch das Filstal verlaufen. Auf der mindestens vier Meter breiten Trasse sollen Pedaleure möglichst zügig und kreuzungsfrei vorwärts kommen.

Anbindung Zwei Kreisverkehre sollen künftig eine reibungslose Verkehrsanbindung in die Salacher Ortsmitte und das Gewerbegebiet Dugendorf ermöglichen. Die Kosten dafür trägt die Gemeinde.