Bundesweit treten am Mittwoch Ärzte an kommunalen Krankenhäusern in einen ganztägigen Warnstreik. 80 von 308 Ärzten der Alb-Fils-Kliniken werden sich an dem Ausstand beteiligen, sagt deren Pressesprecherin Ulrike Fischer. Für die Patienten der Göppinger Klinik am Eichert und der Geislinger Helfensteinklinik bedeutet dies: Geplante Operationen werden verschoben. Ein Notdienst wird aber aufrechterhalten.

Geplante Operationen werden verschoben

„Um die Patientenversorgung an diesem Tag sicherzustellen, haben wir uns intern intensiv auf den Streik vorbereitet“, teilt Wolfgang Schmid, Kaufmännischer Geschäftsführer der Kliniken, in einer gestern verbreiteten Presseerklärung mit. Er betont: „Eine Notfallversorgung ist rund um die Uhr an beiden Kliniken sichergestellt. Für den Streiktag geplante Operationen werden rechtzeitig verschoben.“ Der Medizinische Geschäftsführer Dr. Ingo Hüttner bittet um Verständnis für die Einschränkungen: „Wir bedauern es, dass es an diesem Tag für Patientinnen und Patienten vereinzelt zu Beeinträchtigungen kommen kann und hoffen auf eine schnelle Einigung der Tarifparteien.“

Dass Hüttners Wunsch in Erfüllung geht, ist eher unwahrscheinlich, die Fronten zwischen den Tarifparteien Marburger Bund (MB) und Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) sind verhärtet. „Mit unwürdigen Tricks und fadenscheinigen Formalien bringt die VKA die kommunalen Kliniken in große Schwierigkeiten. Das schadet einem vertrauensvollen Miteinander in den Häusern“, sagte Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bunds, laut einer Pressemitteilung des Verbands.

Fünf Prozent mehr gefordert

Der MB fordert fünf Prozent mehr Gehalt, außerdem deutliche Erhöhungen bei den Entgelten für Bereitschaftsdienste sowie andererseits erhebliche Einschränkungen bei der Anordnung von Bereitschaftsdienst. Zudem geht es in den Auseinandersetzungen um die dauerhafte rechtsverbindliche Sicherung des eigenen Tarifvertrages der Ärztegewerkschaft. Die kommunalen Arbeitgeber hingegen verstehen die Reaktion der Ärzte nicht: „In drei Verhandlungsrunden hat es zu allen wesentlichen Punkten, die der MB gefordert hat, eine Annäherung zwischen den Sozialpartnern gegeben“, teilt der VKA mit. „Eine Einigung schien zum Greifen nah.“ Während sich die Ärzteforderung nach fünf Prozent mehr Gehalt auf die Laufzeit von einem Jahr bezieht, haben die Arbeitgeber 5,4 Prozent auf 30 Monate angeboten, das macht rechnerisch 2,16 Prozent pro Jahr.

Vor der Klinik am Eichert oder der Helfensteinklinik sind am Mittwoch aber keine Demonstrationen zu erwarten. Laut Pressesprecherin Fischer haben die streikenden Ärzte angekündigt, zu einer zentralen Kundgebung nach Frankfurt zu fahren.