Kurz, aber knackig, so ist der Umzug der Pfingstlümmel zu beschreiben. 60 Gruppen mit etwa 700 Hästrägern, Gardemädels, Krachmachern und Schalmeienspielern wanden sich am gestrigen Freitag wie ein bunter Lindwurm durch die Hohenstadter Hauptstraße. Auf dem exponierten Platz, hoch über der Straße im Kirchgarten, beobachtete die Prominenz das Geschehen: Bürgermeister Günter Riebort und seine Gattin durften heuer gar die SPD-Bundestagsabgeordnete Heike Baehrens und ihre Kollegin vom Landtag, Nicole Razavi (CDU), begrüßen.

Eine gute Stunde lang trieben die Narren ihren Schabernack mit Zuschauern, die zu Hunderten die Straße säumten, verschenkten Süßes an Kinder und ließen in Massen Konfetti regnen. Dabei hatten die Narren im wahrsten Wortsinne Narrenfreiheit - sie konnten unter den jungen Mädchen aussuchen, welchen sie die Schuhe klauten, wer ins Konfettibad getaucht wurde oder wer "lediglich" einen Stempel ins Gesicht gedrückt bekam. Sie wälzten sich mit ihren Opfern am Boden, ließen sie auf Besen hoch in der Luft kreisen, strubbelten ihnen Konfetti ins Haar.

Bis von Esslingen und Schwendi sind die Narren angereist, was dem Publikum immer wieder bislang unbekanntes buntes Häs und phantasievolle Masken bescherte. Kein Wunder, dass der Narrenruf bei dieser Vielfalt nicht immer parat war, da sorgten die Moderatoren auf der Strecke für die korrekten Antworten. "Leicha-Hexa" schallte es bei den Gebersheimern, "Bläcker- Hui" bei den Esslinger Kelter Teufele, Hexen und Zwiebela.

Ob "Birckhe-Bonna-Hexa", "Käppelespudl", "Wasserbätscher", ob schrille Schalmeien, donnernde Trommelwirbel oder im Parademarsch hübsch anzusehende Gardemädchen - jede Gruppe präsentierte sich schriller, gruseliger, frecher. Narrenpyramiden bildeten sich hier, wilde Tänze wurden dort vorgeführt, an anderen Stellen fuhren die Hexen mit ihren Besen wild ins Publikum. Die Blausteiner Katzastrecker wirbelten ihr Maskottchen an allen vier Beinen durch die Luft, derweil die Westerheimer Knutsch-Gugga wie jedes Jahr knutschend durch die Zuschauerreihen marschierten.

Das ausgelassene Treiben ging nach dem Umzug weiter mit Partys im Lümmelheim, dem Lümmelzelt, im Dorfhaus und im Sonnensaal.