Wären da nicht auch noch zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen auf dem Programm gestanden, hätte die von Gingens Bürgermeister Marius Hick angesetzten 90 Minuten gereicht. Am Ende dauerte der Bürgerempfang mit den rund 200 Gästen am Freitag im Rathaus-Foyer gut investierte zweieinhalb Stunden.

Es gab aus erster Hand Informationen darüber, was sich im vergangenen Jahr in der Schnappergemeinde so alles abspielte. So blickte der Schultes mit Worten und Bildern und zusammen mit den Besuchern auf die in Betrieb genommene Kita Hohenstein zurück. Dort erlebt der Schnappernachwuchs ein ganz neues Spielen im Freien. Auch der Anbau der Schule mit Mensa wurde mit Leben erfüllt. In dem neu entstandenen Gemeinschaftsraum fanden bereits Gymastikkurse statt, und bald wird der Raum auch als eine Art Bürgerhaus genutzt.

10. September war besonderer Tag

Ein großes Fest für Gingen war der 10. September, als im Beisein von weit mehr als 500 Bürgern die Ortsumgehung für den Verkehr freigegeben wurde. Die neue B 10, sagte Hick, bringe Entlastung, die aber auch mit einem kleinen Nachteil verbunden sei. Handel und Gewerbe klagen über rückläufige Kundschaft. Eindrucksvoll, nach den Worten des Redners, wurde auch der Spatenstich für die Altenpflegeeinrichtung Samariterstift gefeiert und dank der zuverlässigen Arbeiten könne bereits im August die Einrichtung in Betrieb gehen.

Rückbau der alten B 10

Der Bürgermeister stellte seinen Bürgern, die aufmerksam zuhörten, auch die Visionen der Gemeinde für dieses Jahr vor. Beim Blick in die Zukunft ging es um den Rückbau der alten B 10. Im Frühjahr soll Baubeginn am neuen Kreisverkehr Brückenstraße sein. Die städtebauliche Sanierung ist angelaufen, 35 Beratungen hat die Gemeinde bereits durchgeführt, dies soll mit dem vorhandenen Startkapital von 800 000 Euro in diesem Jahr fortgesetzt werden. In einem dritten Abschnitt wird die Bauhofsanierung weiter vorangetrieben: Fassaden- und Betonsanierung stehen auf dem Programm.

Mit der Hohensteinhalle, die in die Jahre gekommen ist, setzte sich die Gemeinde kritisch auseinander. „Wenn die Bundesförderung für Gingen Geld zur Verfügung stellt, ist dies für Gingen wie ein Sechser im Lotto“, sagte Hick. Im Frühjahr werde eine Entscheidung erwartet. Ein neues Gewerbegebiet „Schorteile V“ soll entstehen, und wenn alles nach Plan läuft, will man örtlichen Betrieben Flächen anbieten. Auch in Sachen Wohnbau bleibt Gingen aktiv. Mit „Barbaragarten II“ und „Schulstraße“ könnten zwei Baugebiete entstehen. Kritisch betrachtete der Schultes die Erweiterung im „Marrbacher Öschle“ – es sei immer schwierig, Bauland zu gewinnen.

Blick auch auf VVS-Vollbeitritt

Um den Tourismus anzukurbeln, werden Wohnmobilstellplätze geschaffen, und für den Waldlehrpfad werden Ideen gesucht, freiwillige Helfer sind erwünscht. Das gilt auch für die Übernahme von Grünflächen als Pate. Den Vollbeitritt zum Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS), über den der Kreistag am 1. Februar entscheidet, sieht Hick nicht als zwingend notwendig: „Zeit und Kilometer werden für den Bahn- und Busnutzer nicht besser, lediglich der Fahrpreis wird günstiger.“

Abschließend animierte der Bürgermeister zum Gang an die Wahlurne bei der Kommunalwahl am 26. Mai. Sicherlich, so der Schultes, gibt es auch noch freie Plätze auf einer der drei Gemeinderatslisten. „Es macht sicherlich Spaß, im Dorf der Schnapper auf einer Gemeinderatsliste zu stehen.“

Die Hälfte kam

Hick bedankte sich bei jedem der 200 Gäste persönlich mit Händedruck fürs Kommen. Er freue sich darüber, dass von den etwa 400 Geladenen die Hälfte die Einladung annahm, sagte der Schultes. Der Bürgerempfang hat Tradition, eröffnet den Veranstaltungsreigen in der Gemeinde und wurde nur 2018 wegen der Bürgermeisterwahl nicht durchgeführt.

Während der Bürgermeister für die Worte zuständig war, machten „Just-music“ an dem Abend mit Swing-Musik Stimmung: Der musikalische Ableger vom Musikverein Gingen unterhielt die Besucher während und nach dem Empfang.

Info Beim Bürgerempfang fanden zahlreiche Ehrungen statt, nicht nur die der Blutspender (siehe Infobox). Wir berichten in einer folgenden Ausgabe.

Ehrungen der fleißigen Blutspender


Verdienten Blutspendern danken – dafür nutzte Bürgermeister Marius Hick den Gingener Bürgerempfang am Freitag und zeichnete sie mit Urkunde und Ehrennadel aus. Der Bedarf an Spenderblut, betonte der Bürgermeister, steigt ständig. „Mit wenig Einsatz und einem kleinen Piks gehören sie zum Kreise der Lebensretter.“ Hick dankte den Spendern im Namen des Deutschen Roten Kreuzes und im Namen der Gemeinde Gingen.

Die Blutspender: 75 Mal: Ralf Birkert, Karl Kohn, Dirk Streubel; 25 Mal: Marco Bäumler, Christa Erlebach, Thomas Kühn; zehn Mal: Ulrich Gunzenhauser, Fabien Schauer, Christine Schocher, Jens Tombrock.