Adelberg / WERNER SCHMIDT  Uhr
Adelberg bekommt 1,85 Millionen Euro Zuschuss vom Land für den Bau eines Abwasserkanals zum Klärwerk Marbach-Krettenbachtal.

Adelberg darf sich  zu den Millionären zählen: Zum 46. Geburtstag von Bürgermeisterin Carmen Marquardt drückte ihr Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) symbolische 1,85 Millionen Euro in die Hand – zusammen mit einer Flasche vom Lieblingswein des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann.

Die Fördersumme deckt 80 Prozent der für den Anschluss der Adelberger Abwässer notwendigen Pipeline zum Klärwerk Marbach-Krettenbachtal. Die Adelberger Kläranlage ist marode, eine Sanierung unwirtschaftlich. Die Entscheidung des Gemeinderats, sich an die Kläranlage Marbach Krettenbachtal anzuschließen, sei sinvoll; bescheinigte auch der Umweltminister.  Adelberg habe damit eine „sehr gute Lösung gefunden, die zeigt, welche Herausforderungen im ländlichen Raum bestehen“.

Auf die ging der Planer Thomas Bartsch kurz ein. Die Trasse führt 4,5 Kilometer über Berg und durchs Tal. Dazu muss auch ein maximaler Höhenunterschied von 80 Metern mit einem Pumpwerk überbrückt werden. Man habe versucht, die Trasse weitgehend auf öffentlichen Grund zu verlegen, an einigen Stelle berühre sie jedoch auch private Grundstücke. Ein sensibler Bereich habe den Planern jedoch schwer zu schaffen gemacht: Die ersten 400 Meter führten direkt durch den Wald. Hier müsse der Artenschutz von der Gelbbauchunke bis hin zu diversen Fledermausarten beachtet werden. Er sei daher froh, dass das Land als spätesten Baubeginn den Mai 2017 vorgegeben habe: „Das macht es für uns einfacher und realistischer.“

Das Vorhaben ist mit insgesamt rund 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Mit den 1,85 Millionen habe Adelberg die höchstmögliche Fördersumme erhalten. Bereits für die Voruntersuchungen habe die Gemeinde vom Land 25 000 Euro erhalten, sagte Carmen Marquardt. Für Untersteller ist die Adelberger Entscheidung zwar keine billige, aber eine ökologisch sinnvolle Lösung. Das Land müsse auch im Hinblick auf die Gebührenzahler derartige Projekte unterstützen. Dabei könne sich Adelberg glücklich schätzen, denn die Anlage bei Börtlingen sei eine mit den besten Reinigungsleistungen im Kreis Göppingen.

Insgesamt 98,5 Prozent der Gebäude im Kreis Göppingen seien an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen. Nicht immer sei es einfach gewesen, die Ortsteile, Gehöfte und Weiler anzuschließen. Von den verbliebenen Einwohnern sollen noch rund ein Drittel ans öffentliche Abwassernetz angeschlossen werden, sagte Untersteller.

Wäschenbeurens Bürgermeister Karl Vesenmaier, der gleichzeitig Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbandes Östlicher Schurwald ist, nannte die Übergabe des Fördermittelbescheids „eine Sternstunde für Adelberg“. Er sei bereits seit 34 Jahren Bürgermeister, aber bisher habe ihm noch nie ein Minister einen Förderbescheid in derartige Höhe überbracht. Und die von Franz Untersteller angesprochenen guten Werte der Kläranlage kämen ja auch Adelberg zugute.