Gingen/Geislingen 13 Spaten für die neue B10

Mit 13 Spaten beginnt der Weiterbau der B 10 neu bis Gingen-Ost: Staatssekretär Norbert Barthle (Sechster von links) und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Siebter von links) mit Bürgermeistern und Abgeordneten aus dem Raum Geislingen am Freitag auf einer Wiese am Gingener Barbarabach.
Mit 13 Spaten beginnt der Weiterbau der B 10 neu bis Gingen-Ost: Staatssekretär Norbert Barthle (Sechster von links) und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Siebter von links) mit Bürgermeistern und Abgeordneten aus dem Raum Geislingen am Freitag auf einer Wiese am Gingener Barbarabach. © Foto: Markus Sontheimer
Gingen/Geislingen / 30.10.2015
Die Erleichterung unter den Gingenern war zu spüren: Mit einem Spatenstich begannen am Freitag die Bauarbeiten für die Fortsetzung der B10 neu bis Kuchen.

„Ich muss Sie noch etwas vertrösten “, bedauerte der Leiter der Abteilung Straßenwesen und Verkehr im Stuttgarter Regierungspräsidium, Andreas Hollatz. „Der Herr Staatssekretär steht noch im Stau“. Gelächter unter den rund 400 Gingenern, Kuchenern und Geislingern, die die Gemeinde Gingen bei Fleischkäsweckle und Jubiläumsbier zur Feier des Spatenstichs für die B10 neu eingeladen hatte. So erfuhr Staatssekretär Norbert Barthle (CDU) selbst, worunter die Filstäler leiden. Tief Luft holen könne man jetzt, betonte Landrat Edgar Wolff in seiner Rede zum feierlichen Spatenstich, denn die letzte Etappe ist noch nicht geschafft: „Was wir heute nicht vergessen dürfen, steht auf den Plakaten: Vergesst Geislingen nicht!“ Die Bürgeraktion B10 neu erinnerte am Freitagnachmittag mit ihren Plakaten daran, dass die neue B10 möglichst schnell auch die Fünftälerstadt erreichen muss.

Mit 13 Spaten hat die Prominenz, angefangen bei Bürgermeister Marius Hick (CDU) über Landrat Edgar Wolff,  Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bis zum Staatssekretär im Verkehrsministerium, Norbert Barthle (CDU), die Bauarbeiten für den nächsten Abschnitt der B10 neu symbolisch begonnen. In zwei Jahren – und damit genau 20 Jahre nach dem Planfeststellungsbeschluss für die neue Trasse im Jahr 1997 – soll die 2,6 Kilometer lange Straße bis Gingen-Ost fertig sein. 15,7 Millionen Euro habe der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) dafür locker gemacht, nachdem Finanzminister Schäuble (CDU) 1,9 Milliarden Euro zusätzlich für den Bundesfernstraßenbau freigegeben hatte. Die Nachricht erreichte den Raum Geislingen im Juli. Die Gingener wollten es erst glauben, wenn die Bagger wirklich rollen, erinnerte Bürgermeister Hick. Zu oft seien sie enttäuscht worden.

Bis zum Spatenstich am Freitag war es ein steiniger Weg, erinnerte Landrat Wolff. Freude und Frust seien sehr nah beieinander gelegen. Die Protagonisten des jahrelangen Hin- und Her standen am Freitag auf der Wiese am Barbarabach nebeneinander – allerdings nicht ganz in Eintracht, denn der Wahlkampf wirft schon seine Schatten voraus. Und so berichtete Landesverkehrsminister Hermann, wie sehr er in den vergangenen vier Jahren für die Straße gekämpft habe: „Ja, ich weiß, das ist ein Projekt, auf das Sie lange gewartet haben.“ Ein ungläubiges Raunen geht durch die Reihen der Gäste. Der Baubeginn kam schnell, betonte der Minister. Im Juli habe er vom Geld aus Berlin erfahren, „drei Monate später beginnen wir zu bauen“. Nun müsse dringend der Albaufstieg der A8 geplant werden. Denn die alte Trasse zwischen Mühlhausen und Hohenstadt sei schon jetzt sanierungsbedürftig.

Ein besonderer Tag war der Spatenstich für Andreas Hollatz. Er hat schon vor 20 Jahren in der Gingener Hohensteinhalle das Projekt B10 neu vorgestellt, als der Planfeststellungsbeschluss auf den Weg gebracht wurde. Daran, dass so viele Menschen zum Spatenstich kommen, sei zu sehen „wie wichtig das Ereignis hier im Filstal ist“.

Bürgermeister Hick erneuerte derweil ein Versprechen: Auch wenn Gingen nun entlastet werde – die Gemeinde werde weiterhin solidarisch mit Kuchen und Geislingen für den Weiterbau der B10 neu bis Geislingen-Ost kämpfen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel