Entwicklungshilfe 1073 Runden für Gambia

Und los geht’s: Heininger Schüler laufen für Menschen in Gambia. Sensationelle 1073 Runden haben sie zusammen geschafft.
Und los geht’s: Heininger Schüler laufen für Menschen in Gambia. Sensationelle 1073 Runden haben sie zusammen geschafft. © Foto: Jens Buchholz
Heiningen / Jens Buchholz 12.05.2018

Marie hat sich zwölf Runden vorgenommen. Das will sie schaffen. Denn es geht um eine wichtige Sache. „Wir helfen armen Menschen in Gambia“, erzählt sie begeistert, „Gambia ist in Afrika!“ Marie hat für ihre Runden gleich mehrere Sponsoren gefunden. „Oma und Opa geben mir pro Runde drei Euro“, berichtet sie, „von meiner Mama und meiner Patentante kriege ich 50 Cent.“ Beim Start steht Marie mit den anderen Viertklässlern in der ersten Reihe. Und als Hannes Rapp das Startzeichen gibt, saust sie los.

Hannes Rapp ist Initiator der Aktion. Nach dem Abitur 2014 war er für fünf Monate als Praktikant der Projekthilfe Gambia in Afrika. Eine wichtige Erfahrung für ihn. Die Unterschiede zum Leben hier und in Afrika seien riesig. „Aber es ist faszinierend, wie es den Leuten trotz all des Elendes dort gelingt, auch glücklich zu sein.“

Die Projekthilfe Gambia unterstützt in den Dörfern Jahaly und Madina unter anderem eine Buschklinik und einen Kindergarten. Vor allem geht es um Hilfe zur Selbsthilfe. Große Hoffnungen setzt das Projekt auf eine Moringa-Plantage mit 10000 Bäumen. „Moringa ist eine Art Superfood, sehr vitaminreich“, erklärt Rapp. Nach seiner Rückkehr aus Afrika hat Rapp in Ulm ein Medizinstudium aufgenommen. Und eine Patenschaft für die Projekthilfe Gambia.

„Hannes war sehr hartnäckig“, lacht Schulleiterin Monika Frey, als sie beschreibt, wie die Zusammenarbeit der Projekthilfe mit der Ernst-Weichel-Schule zustande kam. Rapp selber war hier Schüler. Da habe der Gedanke nahe gelegen. „Für uns war wichtig, dass wir jemanden haben, der uns direkt berichten kann, was mit dem gespendeten Geld passiert“, meint Schulleiterin Frey. Zudem garantiere die Projekthilfe, dass unter drei Prozent der Spenden für Verwaltungskosten verwendet werden. „Wir halten das für eine tolle Idee“, findet auch der Fördervereinsvorsitzende Joachim Lebherz. Auch die Elternbeiratsvorsitzende Simone Hesse-Bodenschaft war schnell davon überzeugt, „dass das eine gute Sache ist“.

Nach dem Lauf ist ein großes Gewusel auf dem Schulhof. Einige Kinder haben bis zu elf Runden geschafft. 1073 Runden sind zusammengekommen, das entspricht 364 820 Metern. Marie sitzt atemlos und mit geröteten Wangen am Schulfeststand ihrer Klasse. Zwölf Runden hat sie nicht geschafft. „Zehn Runden“, schnauft sie, „damit bin ich trotzdem zufrieden.“ 40 Euro für Gambia seien das.