Bad Überkingen Feuerwehr: 100-Marke wird bald geknackt

Bad Überkingen / Ralf Heisele 17.04.2018
Entgegen des Trends geht in Bad Überkingen die Zahl der Feuerwehrleute nach oben. Dennoch gibt es tagsüber Probleme bei der Einsatzbereitschaft.

Die grünen Häkchen mehren sich – das ist ein gutes Zeichen im Situationsbericht der Bad Überkinger Feuerwehr, den Kommandant Michael Baumeister in der jüngsten Ratssitzung vorgetragen hat. Mittels Powerpoint-Präsentation  stellte er den Zustand der Wehr vor. Und siehe da: Seit seinem letzten Bericht hat die Zahl der gelben Häkchen abgenommen, die einen Handlungsbedarf dokumentieren.  Insbesondere gilt dies für die Fahrzeugflotte, die Baumeister als gut einstufte. Lediglich das 25 Jahre alte Tragkraft-Spritzenfahrzeug der Oberböhringer Abteilung soll mittelfristig ersetzt werden. Ein entsprechender Zuschussantrag wurde bereits gestellt. Auch der Zustand der vier Gebäude habe sich verbessert. In Bad Überkingen sind die Giebelfassade des Gerätehauses und die Fenster ausgetauscht worden. Nun wird das Gebäude noch gestrichen.  Probleme gibt es laut dem Kommandanten mit den Parkplätzen.  Drastisch ist dies in Unterböhringen. Dort stehe für die Feuerwehrangehörigen kein einziger Stellplatz zur Verfügung.

 „Positiv“  bewertet Baumeister die Mannschaftsstärke, „die sich entgegen dem Landestrend nach oben entwickelt“. Derzeit sind in den Einsatzabteilungen 98 Feuerwehrleute aktiv – ein Höchststand. Hinzu kommen noch 15 Kameraden in der Altersabteilung und elf Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Noch in diesem Jahr soll bei den Aktiven die 100er-Marke geknackt werden.  Der Wermutstropfen dabei: Trotz mehr Personal gibt es tagsüber immer noch Schwierigkeiten mit der Einsatzbereitschaft.  Viele Feuerwehrleute sind nicht vor Ort, weil sie auswärts arbeiten. Deshalb werden schon seit geraumer Zeit die Abteilungen in Bad Überkingen und Hausen gemeinsam alarmiert.  „Dadurch bekommen wir zehn bis zwölf Mann zusammen“, erklärte der Kommandant.

Im vergangenen Jahr rückte die Wehr  49-mal aus. Darunter war ein Großbrand, als im August eine landwirtschaftliche Maschinenhalle am alten Postweg zwischen Hausen und Deggingen in Flammen aufging. Die Bad Überkinger mussten noch  zehn Klein- und zwei Mittelbrände löschen, 13-mal leisteten sie technische Hilfe und viermal rückten sie umsonst aus – Fehlalarm.  Die restlichen Einsätze fielen unter die Rubrik Sonstiges.

Laut Kommandant Baumeister steigen die Anforderungen an die Feuerwehren.  Deshalb sei man dabei, einzelne Schwerpunkte auf die Abteilungen zu verteilen. So ist die Bad Überkinger Wehr auf die Logistik und technische Hilfeleistung spezialisiert und die Unterböhringer für die Absturzsicherung und das Retten aus Höhen und Tiefen. Die Hausener Kameraden  widmen sich verstärkt dem mobilen Hochwasserschutzsystem, das vor ein paar Tagen angeliefert wurde.

Zum wiederholten Mal machte Baumeister auf das leidige Parkproblem in Bad Überkingen aufmerksam. Als Beispiel nannte er die Bahnhofstraße. Diese sei bei der jüngsten Übung derart zugeparkt gewesen, sodass die Feuerwehrautos nicht mehr durchkamen. Im Ernstfall wären ganze Wohnviertel im Ort abgeschnitten und könnten von den Rettungskräften nicht erreicht werden. Baumeister empfahl ein härteres Durchgreifen bei den Falschparkern.

Werner Straub dankte im Namen des Gemeinderats den Feuerwehrleuten, die sich für die Gemeinde einbringen. „Ich habe ein gutes und sicheres Gefühl.“