Schnelldorf Wieder ein Hauch von Allgäu in Gailroth

Geschmückt wie im Allgäu waren die Weiderinder beim Almabtrieb in Gailroth.
Geschmückt wie im Allgäu waren die Weiderinder beim Almabtrieb in Gailroth. © Foto: Friedrich Strohmeier
Schnelldorf / Friedrich Strohmeier 30.10.2018
Das Dorf bei Schnelldorf feiert seit 23 Jahren Almabtrieb – heuer mit mehr als 2000 Besuchern.

Der Almabtrieb in Gailroth ist in den 23 Jahren seit seiner Gründung zu einem Fest mit hoher Anziehungskraft geworden. Trotz trüben Herbstwetters kamen etwa 2000 Besucher in das 150 Einwohner zählende Dorf, um wie bei einem Allgäuer Viehscheid zu feiern.

Dass die 15 Rinder im Festzug nicht von der „Rapsalm“ bei Theuerbronn kamen, wo früher tatsächlich eine Viehweide war, sondern aus Rothenburg und Schillingsfürst ausgeliehen wurden, störte niemanden.

Immerhin seien es Weiderinder, die das ganze Jahr im Freien zugebracht hätten, versicherte Eberhard Held vom Organisationskomitee. Um den Ansturm der Gäste zu bewältigen, packe jeder aus dem Ort mit an.

Hinter den Rindern marschierten 20 Gruppen aus der näheren Umgebung durch den Ort, wie die Fränkische Landeszeitung berichtet. Brauchtumsvereine, Volkstanzgruppen und Traktoren aus dem letzten Jahrhundert bildeten den Festzug, der jedes Jahr länger wird. Auch einzelne Familien wie die Mittelmeiers kamen mit ihrem eigenen Wagen und schenkten kostenlos Most aus.

Für das passende Kulturprogramm ist Altbürgermeister Thomas Unhoch zuständig. Er nutzte seine Beziehungen ins Alpenvorland und hatte den Musikverein Martinszell aus dem Allgäu engagiert, der später in der Festhalle für Stimmung sorgte. Der Trachtenverein von dort brachte zudem mit Schuhplattlern und Goaßlschnalzen alpenländisches Brauchtum nach Gailroth in Mittelfranken.

Vor der Halle in Gailroth gab es Produkte aus der Landwirtschaft und Kunsthandwerk. Die Versorgung der Gäste übernahm der Obst- und Gartenbauverein. Der Erlös kommt den Gemeinschaftseinrichtungen im Ort zugute.

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