Der grauenhafte Unfall an der Landesgrenze zwischen dem Rothenburger Teilort Herrnwinden und Rot am See-Buch hat vor allem die Menschen in den umliegenden Ortschaften erschüttert. Schon ist in der Bevölkerung von einer „Todeskreuzung“ die Rede.

Die Kommunalpolitiker der Gemeinde Insingen, auf deren Gemarkung sich am vergangenen Sonntag das Unglück mit drei Toten und sechs Schwerverletzten zugetragen hat, fordern jetzt ­Konsequenzen: Schnellstmöglich müsse die tückische Kreuzung mit einem Kreisverkehr sicherer gemacht werden.

Einen Tag nach dem verheerenden Unfall, bei dem zwei Männer im Alter von 20 und 41 Jahren ihr Leben verloren und eine 19 Jahre alte Frau nur wenige Stunden später in einem Krankenhaus starb, stand eine Sitzung des Insinger Gemeinderates noch ganz unter den Eindruck des furchtbaren Geschehens.

Kreuzung hat eine unübersichtliche Einmündung

Bürgermeister Peter Köhnlechner schilderte im Kommunalparlament das Unfallgeschehen und seine fatalen Folgen, mit denen auch zahlreiche Feuerwehrleute aus Insingen konfrontiert waren. Das Gremium war sich schnell einig darin, dass die Kreuzung entschärft werden muss. Vor allem ortsunkundige Autofahrer, die aus Richtung Lohr auf der ansteigenden Kreisstraße AN 6 unterwegs sind, erkennen trotz Stopp-Schild oft nicht, dass sie eine Vorfahrtsstraße kreuzen. Überdies gibt es bis heute auf der Staatsstraße 1040 keine Tempo-70-Zone in diesem Streckenabschnitt. Und ein Stopp-Schild wurde erst aufgestellt, als es an der zunächst nur mit dem normalen Schild „Vorfahrt achten“ versehenen Einmündung zu den ersten Unfällen kam.

Einstimmig verabschiedeten die Insinger Gemeinderäte eine Resolution. In dem Schreiben, das in erster Linie an den Chef des Staatlichen Bauamtes in Ansbach, aber auch an Landrat Jürgen Ludwig und an drei Landtagsabgeordnete gerichtet ist, heißt es: „Es ist für uns als Verantwortliche in unserer Gemeinde nicht hinnehmbar, dass auf Straßen, die durch unserer Gemeindegebiet führen, Menschen sterben müssen, nur weil ein bereits bekannter Unfallschwerpunkt nicht mit einem Kreisverkehr entschärft wird.“

Bereits vor dem Bau der Kreisstraße AN 6 im Jahr 2004 (siehe Info) hatte die Gemeinde Insingen einen Kreisel für die neu entstehende Kreuzung gefordert, weil schon damals bei diesem Trassenverlauf heikle Situationen befürchtet wurden. „Ein Kreisverkehr wurde seinerzeit aber abgelehnt“, sagt Peter Köhnlechner.

Lichtanlage könnte die Zeit bis zum Kreisel überbrücken

Auch dem Rathaus-Chef von Insingen ist klar, dass ein Kreisverkehr nicht von heute auf morgen realisiert werden kann. „Wir brauchen aber dringend eine sofortige Lösung für das Problem“, sagt Peter Köhnlechner. Das könne bis zum Bau des Kreisels eine Anlage mit markanten Lichtsignalen oder eine ähnliche Vorrichtung sein, die eindringlich vor dieser Gefahrenstelle warnt.

Zwei Landtagesabgeordnete aus dem Landkreis Ansbach haben sofort auf die Insinger Forderung nach einem Kreisverkehr reagiert: „Vollumfänglich“ unterstützt Dr. Peter Bauer (Freie Wähler) die Resolution, die der Parlamentarier auch an das bayerische Verkehrsministerium weitergeleitet hat. Das Anliegen der Kommune wird auch von Andreas Schalk (CSU) unterstützt. Der Landtagsabgeordnete Martin Stümpfig (Grüne) konnte noch nicht reagieren, weil er sich derzeit im Urlaub befindet.

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Schon seit Jahren ein Unfallschwerpunkt


Die Kreuzung der Staatsstraße 1040 mit der Kreisstraße AN 6 unweit der Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern gibt es erst seit dem Jahr 2004. Seinerzeit wurde vor allem im Zusammenhang mit der Erweiterung des Steinbruches in Bettenfeld quer durch die Landschaft eine neue Straße in Richtung des Insinger Teilorts Lohr gebaut, um das Dorf vom Lkw-Verkehr des Steinbruchs in Richtung Autobahn zu entlasten. Schon kurze Zeit nach der Freigabe für den Verkehr kam es an dieser Stelle zu den ersten Unfällen.  Die zuständige Polizeiinspektion in Rothenburg/Tauber stuft die Kreuzung schon seit Jahren als Unfallschwerpunkt in ihrer Statistik ein.  haz