Leutershausen / Harald Zigan  Uhr
200 Bürger demonstrieren in Leutershausen im Kreis Ansbach gegen die Chefin auf dem Rathaus und ihre Amtsführung.

Rund 200 Bürger aus Leutershausen machten am Dienstag in aller Öffentlichkeit ihrem Ärger über die Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier lautstark Luft – und forderten bei einer Demonstration die seit November 2016 amtierende Chefin im Rathaus unverhohlen zum Rücktritt auf.

Bei dem von der Bürgerinitiative „Für Leutershausen“ organisierten Protestzug durch die Innenstadt wurden Plakate mit Aufschriften wie „Hilfe, wir haben uns verwählt“ oder „Bonni go home“ mitgeführt, wie die Fränkische Landeszeitung (FLZ) berichtet.

Die Landesanwaltschaft Bayern hat gegen die Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Vor dem Sitz der Stadtverwaltung kritisierten mehrere Redner in scharfer Form die „destruktive und spaltende Amtsführung“ von Sandra Bonnemeier, die im Jahr 2016 auch bei den Bürgermeisterwahlen in Schrozberg und in Kirchberg kandidiert hatte.

Als „reine Notwehr“ bezeichnete etwa der frühere SPD-Stadtrat Rolf Nusser die Demonstration. Norbert Weiß forderte die Bürgermeisterin zu einem freiwilligen Rücktritt auf, „bevor noch größerer finanzieller und menschlicher Schaden für die Stadt und ihre Bürger entsteht“, wie die FLZ den Vorsitzenden des Gewerberings zitiert. Gegenüber der Regionalzeitung erklärte die Bürgermeisterin, dass sie auch „Gegenwind“ nicht davon abhalten werde, „die Segel für Leutershausen richtig zu setzen“.

Sandra Bonnemeier nutzt das Amtsblatt der Stadt Leutershausen für Schmähungen ihrer Kritiker.

Gegen die Rathaus-Chefin läuft derzeit nicht nur ein Disziplinarverfahren: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue – ohne Genehmigung des Stadtrates soll Sandra Bonnemeier die Dienste eines externen Beraters aus Satteldorf mit mindestens 186.000 Euro honoriert haben.

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