Anders als Ralf Pinnau von Hamburger Unternehmensberatung North Medicon, der im Auftrag des Landkreises zuvor ein ganzes Strukturgutachten ausgearbeitet hatte, musste sich Köbler zusammen mit seiner Kollegin Petra Schulte vor allem mit der Geburtshilfestation an der Illertalklinik in Illertissen beschäftigen.

Anders als der Hamburger Kollege, der empfohlen hatte die Geburtshilfe in Illertissen zu schließen, kam das Peritinos-Team dabei zum Ergebnis, dass der Landkreis gut daran täte, aus der Beleg- eine Hauptabteilung zu machen. „Eine Schließung der Illertisser Abteilung über mehrere Jahre hinweg wäre irreversibel“, sagte Köbler und verwies darauf, dass der Landkreis zu viele Gesundheits-Auspendler habe. Während jährlich nur etwa 7000 Patienten aus anderen Kreisen in die Krankenhäuser der Kreisspitalstiftung kämen, zogen im gleichen Zeitraum etwa 18.000 Patienten aus dem Kreis-Neu Ulm in umliegende Häuser. Dieses Verhältnis zu ändern, müsse mittelfristiges Ziel für die Kreisspitalstiftung sein.

Er ließ keinen Zweifel daran, dass dafür eine umfangreiche, tabulose Strukturdebatte nötig sei. So könne die Geburtshilfe-Hauptabteilung, die er vorschlägt, mittelfristig nur mit höheren Geburtenzahlen und zusätzlichen gynäkologischen Eingriffen kostendeckend arbeiten. Zudem müsse perspektivisch auch eine chirurgische Hauptabteilung angegliedert werden. „Der Erhalt der Geburtshilfe im Süden des Landkreises ist mit erheblichen Kosten und Risiken verbunden“, sagte er.

Aus Sicht des Beraters ist die derzeitige Struktur der drei Kreiskrankenhäuser dringend zu überarbeiten. „Mittelfristig werden Sie keines Ihrer drei Häuser kostendeckend führen können“, sagte Köbler.