Sozialarbeiter Sechstklässler: Zu viel Smartphone, zu wenig Spiel

Vöhringen / Ingrid Weichsberger 04.07.2018
In Vöhringen schlagen Sozialarbeiter Alarm. Sie sagen: Sechstklässler sprechen kaum miteinander.

Nach zwei Jahren haben die Jugendsozialarbeiter Kathleen Holl und Jenny Beier von der Uli-Wieland-Schule, Lukas Steuer von der Grundschule Süd und die Leiterin des städtischen Jugendhauses, Kerstin Zogalla, den Mitgliedern des Vöhringer Hauptausschusses ihre Rechenschaftsberichte vorgestellt. Dafür gab es viel Lob für ihren Einsatz.

Jugendhaus 

Nach wie vor besuchen wesentlich mehr Jungen als Mädchen im Alter von 12 bis zu 18 Jahren das Jugendhaus. Täglich kommen etwa 14 Besucher, teilte Zogalla den Stadträten mit. In der Einrichtung gibt es auch Bewerbungs- und Qualifikationstraining. „Weil viele Grundschüler bereits Handys und Smartphones benutzen und ohne Kontrolle im Netz surfen, haben wir mit den Kindern gesprochen und die Gefahren erläutert“, berichtete Zogalla. Es gibt ein neues Angebot  – den offenen Kindertreff, jeden Donnerstag für Kinder ab 6 Jahren. Dort wird gespielt, gebacken und gebastelt.

Grundschule Süd

Konflikte unter den Kindern lösen – dies sei ein Schwerpunkt seiner Arbeitszeit an der Grundschule Süd, sagte Sozialarbeiter Lukas Steuer. „Wir arbeiten in Gruppen, mit den Schülern und den Eltern oder den Erziehungsberechtigten. Wenn die Eltern fehlen, besuche ich sie zu Hause.“ Diese Methode sei sehr erfolgreich, sagte Steuer. Der Sozialarbeiter hat festgestellt, dass viele Kinder nicht miteinander spielen. Deshalb werde er mit Bastelaktionen aktiv, um den Kontakt zwischen den Mädchen und Jungen zu verbessern.

Praxisklassen

Viel Arbeit hat die Sozialarbeiterin Jenny Beier an der Mittelschule sowie ihre Kollegin Kathleen Holl, die die Praxisklassen betreut. Laut Beier haben Schüler im sozialen Bereich Defizite. Sechstklässler sprächen zu wenig miteinander, weil sie so oft mit ihren Smartphones beschäftigt seien. Das Thema Neue Medien sei wichtig, es werde jedoch auch über Rauchen, Alkoholgenuss und gegenseitigen Respekt gesprochen.

Kathleen Holl befasst sich an der Uli-Wieland-Schule mit den Schülern der Praxisklassen. „Schüler, die die Prüfungen nicht schaffen, sollen durch kein Raster fallen, sondern eine neue Chance bekommen.“ Mit Hilfe von Praktika könnten die Jugendlichen einen Arbeitsplatz bekommen. Die Kooperation mit Jugendamt und Polizei wurde verstärkt, Lehrer und die Sozialarbeiter würden fortgebildet. „Es ändert sich sehr viel und schnell. Wir müssen wissen, worüber die Schüler sprechen“, erklärte Kathleen Holl.

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