Oberreichenbach Zu hohe Geschwindigkeiten und volle Busse

Michael Heinrich (links) und Bürgermeister Wolfgang Fendt werben für eine BRK-Großübung. Foto: Matthias Sauter
Michael Heinrich (links) und Bürgermeister Wolfgang Fendt werben für eine BRK-Großübung. Foto: Matthias Sauter
Oberreichenbach / MATTHIAS SAUTER 02.04.2013
Bürgermeister Wolfgang Fendt und die 40 Zuhörer diskutierten über Verkehrsprobleme und Grünspan am Kriegerdenkmal: Die erste Bürgerversammlung Weißenhorns 2013 fand in Oberreichenbach statt.

Die hohe Verkehrsbelastung in der Kohlstattstraße war eines der Hauptthemen bei der Bürgerversammlung in Oberreichenbach. Bereits Tage vor der Veranstaltung ging bei Bürgermeister Wolfgang Fendt ein Schreiben ein, in dem sich ein Anwohner über deutliche und zahlreiche Geschwindigkeitsüberschreitungen in der Tempo-30-Zone beschwerte. Fendt konnte diese Ansicht jedoch nicht ganz nachvollziehen: "Wir haben vom 17. September 2012 bis zum 22. Januar eine Geschwindigkeitsanzeige aufgestellt und kamen bei 6 111 Fahrzeugen auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,7 Stundenkilometer." Das schnellste Fahrzeug sei mit 53 km/h durch den Ort geschossen, 85 Prozent aller Verkehrsteilnehmer hätten maximal 33 Sachen auf dem Tacho gehabt.

Ein Anwohner der Straße bezeichnete die Messungen bei der Versammlung als nicht sehr aussagekräftig. Er bemängelte, dass die Anlage auch Spaziergänger, Jogger und Fahrradfahrer erfasst habe und diese den gemessenen Wert nach unten gezogen hätten. Außerdem habe der Anblick der Tafel die Fahrer dazu bewegt, automatisch auf das Bremspedal zu treten.

Fendt versprach den Anwesenden, weiterhin die Situation im Blick zu behalten und den Bauhof wegen der schlechten Leserlichkeit der Tempo-30-Schilder zu beauftragen. "Verdreckte Schilder darf es in Zukunft nicht mehr geben." Außerdem möchte Fendt überprüfen, warum immer wieder Busse durch die Kohlstattstraße fahren, obwohl sie eigentlich nicht Teil der Linie ist. "Schon bei der letzten Bürgerversammlung habe ich mich dafür ausgesprochen, dass die Busse gefälligst die Linie einhalten sollen und nichts auf der Abkürzungsroute verloren haben." Es sollen Gespräche mit den betroffenen Busunternehmen folgen.

Der Weißenhorner Gewerbeverbandsvorsitzende Claus Oehme stellte in der Vergangenheit immer wieder fest, dass morgens die Schulbusse an der Haltestellte in Oberreichenbach aus allen Nähten platzen. "Die Kinder werden teilweise sogar stehen gelassen oder müssen aussteigen, damit andere Kinder in den Bus reinkommen", sagte Oehme. Fendt bestätigte, dass er schon öfter Beschwerden zu hören bekam und bereits bei den Busfirmen nachgefragt habe. "Sie haben aber keine starke Überfüllung feststellen können." Um sich ein Bild zu machen, möchte Oehme demnächst selbst morgens im Bus mitfahren und anschließend über die Lage berichten.

Erfreuliche Neuigkeiten hatte Fendt in Sachen Busfahrplan parat: Voraussichtlich ab Dezember sollen die Reichenbacher mit dem öffentlichen Verkehrsmittel im Stundentakt zum Weißenhorner Bahnhof fahren können. Bislang kommt der Bus durchschnittlich nur alle eineinhalb bis zwei Stunden vorbei.

Karl-Heinz Roser, der Vorsitzende des Soldaten- und Veteranenvereins Biberachzell/Ober- und Unterreichenbach, berichtete, beim Kriegerdenkmal in Reichenbach, das 2011 restauriert worden war, gebe es wegen der vielen Bäume in der Umgebung des Kreuzes Probleme mit Grünspan und Laubfall. "Die Bäume wurden schon etwas ausgelichtet, aber das reicht noch lange nicht. Es wäre schön, wenn die Anlage freundlicher gestaltet werden könnte", sagte Roser. Fendt sagte ihm zu, bei einem Ortstermin das Denkmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Als Gast zur Bürgerversammlung hatte Fendt den Weißenhorner Bereitschaftsleiter des Bayerischen Roten Kreuzes, Michael Heinrich, mitgebracht. Der informierte die Anwesenden über das anstehende Großunfallsymposium, das in Weißenhorn stattfinden wird. "Am 10. Mai gibt es im Rahmen dieser Veranstaltung eine Stadtteilevakuierung, die wir gerne in Oberreichenbach durchführen möchten", blickte Heinrich voraus.

Nach Planungen des BRK soll um 17 Uhr alarmiert werden. Die Teilnehmer der Übung sollen möglichst rasch in die Weißenhorner Stadthalle gebracht werden. Laut Heinrich werden 200 Oberreichenbacher zu dieser Übung gebraucht. "Die Größe des Ortes und die guten Zufahrtsmöglichkeiten sind ideal." Viele der versammelten Bürger nahmen den Vorschlag positiv auf, sprachen sich jedoch für eine Verschiebung des Termins aus. Da es am 10. Mai einen großen Polterabend in Reichenbach geben werde, sei der Tag äußerst ungünstig für eine Notfallübung.

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