Senden Wullenstetter machen gegen Bahn mobil

NIKO DIRNER 15.03.2012
Der Protest gegen die Reaktivierung der Bahnlinie Senden-Weißenhorn formiert sich in Wullenstetten und Witzighausen. Unterschriftenlisten liegen aus.

Sie sind zwar erst zu fünft, aber Gisela Ruf ist sich sicher, dass viele Wullenstetter und Witzighauser wie sie denken: Ruf ist eine Sprecherin einer sich formierenden Bürgerinitiative gegen Personenzüge auf der Strecke Senden-Weißenhorn. "Das geplante Nahverkehrskonzept bringt den Bürgern von Wullenstetten und Witzighausen in erster Linie gravierende Nachteile", sagt sie. Die Gruppe hat ein Schreiben aufgesetzt und Unterschriftenlisten ausgelegt. Die Gegner stören sich zum einen am zusätzlichen Lärm - die täglich 32 Fahrten, wovon 6 Fahrten im Nachtzeitraum stattfinden sollen, stellten eine "nicht zumutbare Lärmbelästigung" dar, heißt es. Dazu komme "eine erhöhte Luftverschmutzung", da der Zug mit Diesel betrieben wird und die heute zwischen den beiden Städten verkehrenden ebenfalls mit Diesel betriebenen Busse ja auch künftig fahren werden. Allerdings anders als heute, nicht parallel zum Zug sondern als Zubringer zu eben diesem. Was zu weiterem Protest führt: Drei gut erreichbare Bushaltestellen werden eingestellt, meint Ruf - eine davon beim Sportverein RSV. Der künftige Bahnhalt "Unter der Halde" in Wullenstetten sei zu weit entfernt vom Ort und für viele ältere Menschen schwer erreichbar. Den Einwand, der künftige Busverkehr sei noch nicht fertig geplant, lässt Ruf nicht gelten. Wer mit der Bahn zum Arbeiten nach Ulm wolle, müsse so oder so künftig "mindestens zwei Mal umsteigen". Also sehen die Gegner nicht ein, dass das Vorhaben vom Land und der Stadt bezuschusst werden soll. Zudem: Der Bahnübergang "Im Gerinne" werde gebraucht, dürfe nicht geschlossen werden. Die Unterschriftenlisten liegen aus in Wullenstetten bei Bäcker Brenner, bei Lebensmittel Karsoy und ab Freitag beim RSV Wullenstetten sowie in Senden in der Goldschmiede Pichl, Hauptstraße, und in Witzighausen im Gasthaus Traube. Ansprechpartner sind: Gisela Ruf (07307) 221 98, Gabi Wölfli-Rebbe (07307) 256 39, Rosi Görthofer (07307) 241 62 und Barbara Nordt (07307) 211 85.