Friedhof Würdevoller Ort der Trauer und Hoffnung

Illertissen / Johannes Braun 15.09.2018

Großes Interesse seitens der Verantwortlichen wie auch der Bürger zeigte sich bei der Einweihung der neuen Aussegnungshalle auf dem Illertisser Friedhof. Für Bürgermeister Jürgen Eisen war dies erfreulich, aber nicht verwunderlich. Schließlich gehörten Leben und Tod zusammen und früher oder später seien alle Menschen vom Tod betroffen. „Dann wünschen sie sich nicht nur die Zeit zum Abschied nehmen und zur Trauer, sondern auch einen würdigen Ort dafür“, sagte Eisen. So zeigte sich der Bürgermeister erfreut darüber, dass der Stadt dies mit der Erweiterung zu dieser neuen Aussegnungshalle gelungen sei.

Nicht mehr zeitgemäß

Schließlich habe die bisherige Aussegnungshalle den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entsprochen. „Vor allem fehlte es an Platz“, sagte Eisen. So sei nach einem Planungswettbewerb mit drei Architekturbüros das Büro Weber & Hummel aus Stuttgart mit dem Vorhaben beauftragt worden. Die „sehr gelungene Planung und Ausführung“ habe alle technischen Notwendigkeiten des heutigen Bestattungswesens sowie die Bedürfnisse der Trauernden berücksichtigt. Somit dankte der Schultes dem Architekten Professor Günther Weber sowie dem Bauleiter Thomas Dingel­dein zu der gelungenen Umsetzung. Ebenfalls einen großen Dank richtete der Bürgermeister an die beiden Pfarrer Dr. Andreas Specker und Hans-Joachim Scharrer, die das Bauprojekt mit vielen nützlichen Tipps unterstützten.

„So wurde mit der neuen Aussegnungshalle nun ein zeitgemäßer Rahmen für Trauerfeiern geschaffen“, sagte Eisen und folgerte daraus: „Daher sind die 1,6 Millionen Euro gerechtfertigt, die der Stadtrat für die Gebäude und die Außenanlagen bereit gestellt hat.“ Zum angemessenen Abschied gehöre eben auch eine ansprechende Baulichkeit. Die Atmosphäre in dieser Halle lade nun zur Meditation und werde den Trauernden somit sicherlich eine Hilfe darstellen. Die Angehörigen hätten zudem die Möglichkeit, in Würde ein letztes Geleit durch alle Stationen vom Aufbahrungsraum über die Aussegnungshalle bis zum Grab begehen zu können.

So zeigte sich Jürgen Eisen sehr erfreut, dass die neue Aussegnungshalle in der Architektur, den funktionellen Einrichtungen und der künstlerischen Gestaltung so gut gelungen sei. „Die Stadt Illertissen kann stolz auf dieses Einrichtung sein, sie ist eine der Visitenkarten der Stadt“, sagte Illertissens Bürgermeister.

Auch die beiden Pfarrer zeigten sich über die neue Aussegnungshalle erfreut. „Vielen Dank, dass wir uns in den Bau einbringen konnten“, sagte der katholische Pfarrer Dr. Andreas Specker auch im Namen seines evangelischen Kollegen Hans-Joachim Scharrer. Da dieser Ort für die meisten Menschen ein Ausnahmezustand darstelle, beschäftige man sich laut Specker auch nicht gerne damit. „Umso erfreulicher ist es, dass die Aussegnungshalle so gelungen ist“, sagte Specker, der es als sehr positiv herausstellte, dass das Kreuz im Raum von Anfang an feststand. So sagte Pfarrer Scharrer in seine Predigt, dass die neue Aussegnungshalle nicht nur die Möglichkeit der Trauer über den Abschied von einem geliebten Menschen biete, sondern eben auch die Hoffnung auf Auferstehung. Drei sichtbare Zeichen stünden genau dafür: das Kreuz, die Osterkerze und die Engel der Verkündigung.

Im Anschluss weihten die beiden Pfarrer die neue Aussegnungshalle ein und gaben ihr den Segen. Musikalisch wurde die Einweihung von Alexandra Pansch und Mark Poppe umrahmt.

Start mit dem Spatenstich im April 2017

Schlüsselübergabe Mit Logik, Demut und Empathie ist Günther Weber die Herausforderung einer neuen Aussegnungshalle in Illertissen angegangen. Nach Ansicht des Stuttgarter Architekten waren die bisherigen Räumlichkeiten nach 95 Jahren nicht mehr zeitgemäß – sowohl räumlich wie auch von der Ausstattung her. Weber unterstrich seine Meinung mit einem Presseartikel aus dem Jahr 1923 zur Einweihung der damals neuen Aussegnungshalle. Nach dem Spatenstich im April vergangenen Jahres war er dann dankbar über die Unterstützung von vielen Seiten wie vom geistlichen Beistand, vom Bestatter, von der Stadt als Bauherren sowie von den Stadträten. Die Schlüsselübergabe am Freitag markierte nun das Ende der Bauphase.

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