Handymasten, die nicht höher als zehn Meter sind, können von Mobilfunkfirmen aufgestellt werden, wo sie es für richtig halten. Immer wieder kommt es daher bei Standorten, die zu nahe an bewohnten Gebieten liegen, zu Protesten. Aus Angst vor Strahlung, die von solchen Antennen ausgeht, lehnen viele Bürger Mobilfunkantennen in ihrer Nähe ab.

Damit die Unternehmen sich künftig nicht mehr auf die Zehn-Meter-Regel berufen können, hat Pfaffenhofen einen Bebauungsplan beschlossen. Er setzt diese Möglichkeit ausdrücklich außer Kraft. In Verwaltungsdeutsch heißt es: Ein Bebauungsplan zur planungsrechtlichen Steuerung der Mobilfunkversorgung wird erarbeitet. Um Mobilfunkfirmen den Wind für mögliche juristische Maßnahmen aus den Segeln zu nehmen, hat die Gemeinde zudem ein Gutachten in Auftrag gegeben. Es weist 31 mögliche Standorte für Masten aus, die außerhalb bebauten Gebiets liegen. Die Gemeinde hat auf Messungen basierende Daten, mit denen sie Mobilfunkfirmen Alternativstandorte anbieten kann. Um Gebiete mit schnellen Mobilfunkstandards wie UMTS abzudecken, suchen Unternehmen derzeit nach Standorten.

Hans-Ulrich Raithel vom Umweltinstitut in München stellte die Daten des Gutachtens im Gemeinderat vor. Die von ihm vorgeschlagenen Standorte gewähren nicht nur eine Minimierung der Strahlenbelastung für Mensch und Umwelt. Sie ermöglichen Anbietern auch eine bessere Versorgung der Mobilfunknutzer. Raithel verwies auf ernstzunehmende Studien, die Handyfunkstrahlen als gesundheitsgefährdend einstufen. Es gelte daher, die Intensität der Strahlen einzuschränken. Handymasten in bebauten Gebieten müssten teilweise bis zu 100 Mal stärker strahlen, um eine Reichweite zu bekommen wie bei Standorten auf freiem Feld. Handy-masten geben ihre Strahlung, ähnlich wie ein Scheinwerfer, gerichtet ab. Gibt es Sichtkontakt zu den Masten, sei auch der Empfang gut. Wer direkt unter einem solchen Masten wohne, habe oft eine weit niedrigere Strahlenbelastung als die Nachbarn ein paar Häuser weiter.

Besonders geeignet seien Standorte, die auf einem Strommasten positioniert sind. Auch niedrigere Standorte, etwa auf freistehenden Gebäuden auf einem Hügel, weisen noch bedeutend bessere Werte auf. Mobilfunkanbieter würden von sich aus leider nur selten auf diese Werte achten. Müssen sie auch nicht, solange die gesetzlichen Mindestwerte eingehalten werden. Auf die Frage, wie es um die Strahlungsintensität der Behördenfunkmasten stehe, die derzeit im Land aufgestellt werden, konnte Raithel beruhigen: Sie strahlten nur schwach, der Datenverkehr sei gering.

Das vorliegende Konzept ermögliche eine bessere Versorgung bei gleichzeitigem Minimieren der Strahlenbelastung. Die Versorgung ist also auch von den Außenbereichen aus möglich, bebaute Gebiete müssen nicht bestückt werden. Der Marktrat beschloss einstimmig, einen Bebauungsplan auf Basis der Daten des Instituts zu entwickeln.