Hittistetten Wirtshaus "Ludwig" in Hittistetten: Uriges Ambiente im Wellblechcontainer

Von außen lässt sich kaum erahnen, dass das Wirtshaus "Ludwig" in Hittistetten (großes Foto) innen richtig urig eingerichtet ist (rechts oben). Dort wird dem Bayern-König Ludwig II. gehuldigt. Und das kommt gut an, sagt Wirtin Anett Herrmann. Fotos: Claudia Schäfer
Von außen lässt sich kaum erahnen, dass das Wirtshaus "Ludwig" in Hittistetten (großes Foto) innen richtig urig eingerichtet ist (rechts oben). Dort wird dem Bayern-König Ludwig II. gehuldigt. Und das kommt gut an, sagt Wirtin Anett Herrmann. Fotos: Claudia Schäfer
Hittistetten / CLAUDIA SCHÄFER 28.08.2013
Der äußere Eindruck kann täuschen. Das beweist das Wirtshaus "Ludwig" in Hittistetten. Das Gebäude, das wie ein Wellblechcontainer aussieht, ist innen ein uriges, schwäbisch-bayerisches Lokal.

Ja, der "Kini". Unvergessen ist er im Bayernland und auch in Schwaben, am westlichsten Rand des Freistaats. König Ludwig II. zieht, das weiß kaum jemand besser als Anett Herrmann. Ihr Lokal, das Wirtshaus "Ludwig" im Sendener Teilort Hittistetten, huldigt dem Bayernkönig (1845-1886) in vielfacher Weise. Schon die Fassade ziert ein überlebensgroßes Portrait des Wittelsbachers, daneben ein Bild von Schloss Neuschwanstein. Innen hängen Bilder von Ludwig, Richard Wagner und natürlich von Sissi, Ludwigs Cousine Elisabeth von Österreich. Alles vor dem Hintergrund dunkler Holztäfelung und schwerer Möbel. Auch die Terrasse ist gemütlich-rustikal gestaltet.

Dabei ist das urige Wirtshaus "Ludwig" nichts anderes als ein Wellblechcontainer am Rande des Betriebsgeländes einer großen Lkw-Handlung und Werkstatt. Gebaut wurde das Lokal von dessen Eigentümer Wolfgang Kling im Jahr 2000 für die Mitarbeiter des Betriebs, seine Kunden und die Lkw-Fahrer, die an der Werkstatt stoppten. Rund sechs Jahre lang war die Gaststätte verpachtet, dann übernahm im Juni 2006 Klings Lebensgefährtin Anett Herrmann das Lokal. Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner krempelte die jetzt 35-Jährige Konzept und Einrichtung völlig um. Kling habe es mit der "guten alten Zeit", erzählt Anett Herrmann. Es sei seine Idee gewesen, das Lokal nach dem Bayern-König zu benennen und entsprechend auszustatten. "So was gibts hier in der ganzen Gegend nicht."

Von außen, gibt Anett Herrmann zu, sehe das "Ludwig" noch immer ein bisschen aus "wie eine Betriebskantine". Die Blechfassade lasse sich eben nur schwerlich verändern. Doch in die Innenausstattung habe ihr Partner viel Zeit und Geld investiert. So wurden die Holztüren alle einzeln angefertigt, um samt Griff und Schloss möglichst alt und authentisch zu wirken. Die Wände des Containerbaus verschwanden hinter einer Holztäfelung, einige Eisenträger hinter Mauerwerk. Rustikale Lampen, dunkle Holzmöbel und Details wie ein großes königlich-bayerisches Wappen am Stammtisch vervollständigen das Bild. Die Speisekarte ist schwäbisch-bayerisch, es gibt neben anderen Gerichten Schnitzel und Schweinebraten, Sauren Käs, Tellersulzen und Linsen mit Spätzle.

Das Konzept komme super an, erzählt Anett Herrmann. Immer wieder zückten Gäste den Fotoapparat, um Bilder von der Einrichtung zu machen. Zu den Gästen gehörten nach wie vor Mitarbeiter und Kunden der Firma Kling, die den günstigen Mittagstisch zu schätzen wüssten. Aber auch viele Auswärtige kämen ins "Ludwig", bis von der Schwäbischen Alb herunter.

Für viele Sendener und besonders die Hittistetter sei das Wirtshaus zum Stammlokal geworden: fürs Mittagessen am Sonntag, die gemütliche Kartenrunde und das Vesper. "Bei uns fährt der Landwirt mit dem Bulldog auf den Hof", sagt die Wirtin. Für das rund 330 Einwohner zählende Hittistetten sei es wichtig, eine eigene Wirtschaft zu haben. Und dass die auch noch gemütlich-urig sei, sei umso besser, meint sie: "Wir sind hier in Bayern, und das ,Ludwig passt nach Bayern."

Info Das Wirtshaus "Ludwig" in Senden- Hittistetten ist Montag bis Freitag von 11 bis 14 Uhr und von 17 bis 23 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 14.30 Uhr und von 17 bis 22 Uhr.

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