Nersingen Winkler vor dritter Amtszeit

Will weiterhin die Geschicke Nersingens leiten: Bürgermeister Erich Winkler. Foto: Privat
Will weiterhin die Geschicke Nersingens leiten: Bürgermeister Erich Winkler. Foto: Privat
Nersingen / OLIVER HEIDER 24.08.2013
Weder in der SPD noch bei den Freien Wählern ist ein Kandidat in Sicht, der Bürgermeister Erich Winkler herausfordern will. Der strebt eine dritte Amtszeit an und betont das gute Kli- ma im Nersinger Gemeinderat.

"Aus heutiger Sicht wird es kein Rennen geben." Die SPD Nersingen wird keinen eigenen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im kommenden März nominieren. So sagt es der Ortsvorsitzende Axel Arbeiter auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE. Zur Begründung erklärt er, die Partei habe keinen zugkräftigen Kandidaten in petto. "Zudem ist es nicht schlecht, wie Bürgermeister Erich Winkler arbeitet." Im Rat gehe es konstruktiv zu, Grabenkämpfe gebe es nicht. Arbeiter: "Wir haben gute Arbeit geleistet. Und viele unserer Vorschläge wurden umgesetzt."

Ähnlich sehen es die Freien Wähler (FW), die mit vier Vertretern im Gemeinderat sitzen. "Wir schaffen gut zusammen", sagt Dieter Wegerer. Es sei "nicht sehr wahrscheinlich", dass es einen eigenen FW-Kandidaten geben wird. Endgültig entscheiden wollen die Freien Wähler Nersingen, deren Vorsitzender Max Mayer gestern nicht erreichbar war, nach der Bundestagswahl.

Der Weg für eine dritte Amtszeit von Rathauschef Erich Winkler ist daher wohl frei - sofern sich kein unabhängiger Kandidat ins Spiel bringt. Winkler bestätigt auf Anfrage, dass er wiedergewählt werden möchte. Voraussichtlich im Herbst soll er dann offiziell von seiner Partei - er ist Mitglied der CSU und stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands Neu-Ulm - nominiert werden.

Das Kompliment der guten Zusammenarbeit gibt er zurück: "Alle drei Fraktionen ziehen an einem Strang." Umstrittene Themen bespreche er im Vorfeld mit den Fraktionsvorsitzenden. Es kämen auch sehr gute Anregungen von der SPD- und der FW-Fraktion. "Wir machen es letztlich gemeinsam."

Winkler, der zuvor 17 Jahre lang im Landratsamt tätig war, ist seit Juli 2004 Bürgermeister in Nersingen. Damals wurde im ersten Wahlgang am 25. April Amtsinhaber Dieter Wegerer abgewählt. In der Stichwahl setzte sich Winkler am 9. Mai gegen Roland Eichmann (SPD) durch. Vier Jahre später bestätigten die Bürger Winkler im Amt. Die Kandidatin der SPD, Sabine Krätschmer, war chancenlos. Winkler bekam 3064 von 3619 gültigen Stimmen.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass Krätschmer ihren Hut nicht erneut in den Ring wirft. Eigenen Angaben zufolge will sie sich auf ihre Kandidatur für den Bezirks- und den Kreistag konzentrieren (siehe Infokasten). "Für den Gemeinderat brauchen wir eine starke SPD-Fraktion." Darauf wollen die Genossen den Fokus richten.

Fünf von ihnen mischen derzeit im Rat mit. Die Christsozialen haben dort elf Sitze, die Freien Wähler vier. Und andere Parteien und Gruppierungen werden wohl auch ab März 2014 nicht aktiv die Gemeindepolitik mitgestalten. Denn die Umweltliste Nersingen stand schon Ende vorigen Jahres kurz vor dem Aus - und kämpft immer noch ums Überleben: "Wir können uns vor Bewerbern kaum retten", sagt der Vorsitzende Wolfgang Schulz ironisch. "Sieben Namen sollten auf der Liste für den Gemeinderat schon stehen. Im Augenblick sieht es aber nicht danach aus, dass wir so viele zusammenbekommen." Sollte es - wie bei der letzten Wahl - wieder keine Liste geben, dürfte dies das endgültige Aus bedeuten.

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