Versorgung Wieland Werke: Hoher Verlust nach Stromausfall

Stromausfall sorgt für stillstehende Öfen im Wielandwerk.
Stromausfall sorgt für stillstehende Öfen im Wielandwerk. © Foto: Giacinto Carlucci
Kreis Neu-Ulm / Niko Dirner 27.07.2018
In Vöhringen und Senden gab es für einige Minuten keinen Strom. Warum das vor allem ein Unternehmen hart trifft.

Wie am Freitag erst bekannt geworden ist, hat es bereits Donnerstagfrüh im Kreis Neu-Ulm einen weitreichenden Stromausfall gegeben. Es gibt Berichte über einen Blackout in Reutti und Holzschwang sowie in Senden und Vöhringen

Bei Firma Wieland

Luisa Rauenbusch von den Lechwerken bestätigt: Am Donnerstag kurz nach 5 Uhr kam es zu einem Stromausfall bei den Wieland Werken in Vöhringen und in Teilen von Senden.

Ursache

Nach bisherigen Erkenntnissen sei ein Überschlag an einem Isolator an der 110.000-Volt-Hochspannungsleitung zwischen Dinkelscherben und Gessertshausen die Ursache gewesen. Aufgrund der entstehenden Überspannung sei es zu einem Defekt im Umspannwerk Senden gekommen. Sofort habe die Netzleitstelle in Augsburg auf andere Leitungen umgeschaltet. So sei Senden schon um 5.12 Uhr und Wieland um 5.20 Uhr wieder am Netz gewesen.

Schmelzöfen stehen still

„Das hatte schon eine Dimension für uns“, sagt Christine Schossig, Pressesprecherin der Wieland Werke. Die werkeigenen Systeme hätten um 5.07 Uhr einen Spannungsabfall von 55 auf 10 Megawatt registriert. Bedeutet etwa für die Gießerei: Die Öfen stehen still, beim eingesetzten Material kann die Qualität nicht  garantiert werden, es wanderte direkt ins Recycling. „Das ist Ausschuss für uns“, erklärt Schössig. Zwar sei nach etwa 20 Minuten der Strom wieder voll da gewesen, aber bis die Öfen wieder hochgefahren waren, seien sechs Stunden vergangen. Schössig spricht von einem „deutlichen Produktionsausfall“. Beziffern mag sie der Verlust zwar nicht. Da das Vöhringer Werk aber rund um die Uhr läuft, dürfte er recht hoch sein.

Immerhin sei niemand zu Schaden gekommen, das hätten die Sicherheitssystem verhindert. Auch habe keine Mitarbeiter heim geschickt werden müssen, alle seien gebraucht worden, um die Anlage neu zu starten. Die Sprecherin sagt, sie könne sich nicht an einen so gravierenden Stromausfall erinnern. Ob Regressforderungen erhoben werden, könne sie nicht sagen.

Reparatur abgeschlossen

Die Lechwerke meldeten am Freitag auch, die Reparaturarbeiten seien bereits abgeschlossen.

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