Tour Wie Hannibal – nur ohne Elefanten

Einer der Schüler beim Training in Weißenhorn.
Einer der Schüler beim Training in Weißenhorn. © Foto: Benjamin Merkle
Weißenhorn / Benjamin Merkle 03.07.2018

Während ihre Mitschüler sich an kroatischen Stränden, in Florenz oder der Reeperbahn in Hamburg vergnügen, werden sie sich mit dem Fahrrad über die Alpen kämpfen. 15 Schüler des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums in Weißenhorn haben sich gegen eine klassische Studienfahrt entschieden. Stattdessen werden sie mit ihren Lehrern, Jörn Eysell und Maike Stodtmeister, Mitte Juli in sieben Tagen von Oberstdorf bis nach Riva del Garda radeln – quasi wie einst Hannibal, bloß ohne Elefanten.

Dafür haben die Elftklässler in den vergangenen neun Monaten hart trainiert. Das Besondere: Route, Übernachtungen und Training haben die Schüler organisiert.  „Das ist ja gerade das Tolle an dieser Studienfahrt,“ sagt Sportlehrer Jörn Eysell. „Von der Organisation bis zum Training, jeder ist selbst dafür verantwortlich, dass er das Team nicht ausbremst. So lernen die Schüler Verantwortung und Teamgeist auf eine ganz besondere Art. Kleine Kontrollen behalten wir uns aber trotzdem vor.“ Für einen reibungslosen Ablauf haben die jungen Erwachsenen sich „spezialisiert“. So gibt es Mechaniker, Organisatoren und Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit.

Um die Kosten zu stemmen, haben die Schüler Sponsoren geworben. So wurden Trikots und Rucksäcke finanziert. Schüler, die sich extra ein Mountainbike zulegen mussten, wurden finanziell unterstützt. Sportlich waren alle Teilnehmer schon vorher, aber nicht alle fuhren so viel und so intensiv Fahrrad.

Jeder der jungen Erwachsenen wurde mit einem Ergometer auf seine persönliche Fitness getestet, für jeden Teilnehmer ein individueller Trainingsplan erstellt. Für den Entwurf und die Einhaltung des Trainingsplans waren die Schüler wiederum selbst verantwortlich. „Es gab natürlich auch gemeinsame Ausfahrten, aber 95 Prozent des Trainings mussten die Schüler in ihrer Freizeit bewältigen“, berichtet Eysell, der schon drei Alpenüberquerungen hinter sich hat. „Das hat den Vorteil, dass jeder auf seine individuellen Schwächen eingehen kann, erfordert aber auch ein hohes Maß an Eigeninitiative.“ Die Vorgabe war, von September bis zum Start im Juli, 2500 Kilometer mit dem Rad zurück zu legen.

Nun, so kurz vor der dem großen Tag, sind die Elftklässer vor allem aufgeregt. „Ich kann es mittlerweile kaum noch erwarten bis es endlich losgeht,“ sagt Joel Eberenz. „Wir haben so lange trainiert und sind mittlerweile ein tolles Team, wir duzen sogar unsere Lehrer. Bei der Trans-Alp sind wir schließlich alle ein Team“, meint der 16-Jährige.

Seine Teamkollegin Theresa Schmidt (17) sieht das ähnlich: „Ich freue mich schon auf die tollen Landschaften oben in den Alpen, aber sieben Tage am Stück Rad zu fahren, wird schon sehr intensiv. Was genau auf uns zukommt, wissen wir also nicht.“ Eins ist aber allen bewusst: Es wird ganz schön anstrengend.

Info Weitere Informationen zur Trans-Alp gibt es im Blog der Projektgruppe: nkg-transalp-2018.com

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