Region Wetterstatistik im Juni: Schafskälte, Affenhitze

Zu einem reißenden Fluss schwoll die Iller beim Juni-Hochwasser an. Foto: Glogger
Zu einem reißenden Fluss schwoll die Iller beim Juni-Hochwasser an. Foto: Glogger
Region / SWP 05.07.2013
Sintflutartige Regenfälle mit Überflutungen, tropische Temperaturen und schlussendlich die obligatorische Schafskälte, das Wetter im Juni lieferte jede Menge Schlagzeilen und war zu warm und zu nass.

Ein außergewöhnliches erstes Wetterhalbjahr liegt hinter uns. Da macht auch der Juni keine Ausnahme. Nach heftigen und anhaltenden Regenfällen traten zum Monatsbeginn viele Flüsse und Bäche über die Ufer. Es kam zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Besonders getroffen hat es das Laucherttal mit Veringenstadt. Hier verursachte das "Jahrhunderthochwasser" enorme Schäden. Kaum entspannte sich die Hochwasserlage, schon sorgten am 10. Juni (Montag) sintflutartige Regenfälle, durchsetzt von Gewittern, für weitere Überflutungen. Neben dem Allgäu war dieses Mal Oberschwaben und die Illerregion betroffen. Hermann Sproll meldete aus Dettingen an der Iller 91,5 Liter Regen/m² und Hannelore Schattner aus Ravensburg 92,1 Liter/m². Ulrike und Jürgen Jauch verbuchten in Aulendorf-Blönried 94,4 Liter Regen/m². Wolfgang Huchler aus Gutenzell notierte 114 Liter/m² und damit innerhalb weniger Stunden mehr als normalerweise im gesamten Monat. Mit jedem Kilometer in Richtung Westalb und Baar nahm die Niederschlagsintensität ab. Entsprechend groß sind auch die Unterschiede bei den Monatssummen. Während dieser Juni mit 250, teilweise gar mehr als 300 Liter Regen je Quadratmeter (Vogt: 304 Liter/m²) vor allem im Allgäu sowie im südöstlichen Oberschwaben und am östlichen Bodensee erheblich zu nass ausfiel, war es andernorts, beispielsweise im Raum Tuttlingen zu trocken.

Zwischen dem 15. und 20. gab dann der Sommer ein Gastspiel, und was für eins. In der einfließenden subtropischen Saharaluft kletterte das Quecksilber mancherorts auf die höchsten Juniwerte seit Messbeginn. In Isny, Weingarten, Burgrieden, Tettnang und Neukirch wurden 36 Grad gemessen, in Kressbronn sogar 37,1°C. Bevorzugt im Hinterland des Bodensees sowie auf den Berghöhen verzeichnete man tropische Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fiel. Nun kamen endlich auch die Eisverkäufer, Freiluftgastronomen und Sonnenanbeter auf ihre Kosten, Grillfeste konnten geplant und ein erster Besuch des Freibades ins Auge gefasst werden. Den Feld-, Wald- und Gartenarbeiten stand für ein paar Tage nichts mehr im Wege.

Doch über Nacht wich die Affenhitze der schon beinahe obligatorischen Schafskälte. Bis zum Monatsende erreichten nun die Temperaturen tagsüber noch nicht einmal die Nachtwerte der vorausgegangenen Hitzewelle.

Letztendlich war dieser Juni allerdings rund ein Grad zu warm, was maßgeblich auf die kurze, aber heftige Hitze zurückzuführen ist. Dass auch die Sonnenscheindauer erstmals in diesem Jahr in etwa der statistischen Norm entspricht, ist ebenfalls der sechstägigen Schönwetterphase zu verdanken.

Zwischen dem 27. Juni und dem 10. Juli werden die Weichen für den Sommer gestellt. Und es spricht einiges dafür, dass er dieses Jahr schwül-warm, zeitweise sogar heiß ausfallen wird, immer wieder unterbrochen von teils kräftigen Schauern und Gewittern, die für eine vorübergehende Abkühlung sorgen werden.

Info
Zusätzliches Zahlenmaterial zur Monatsstatistik und Informationen rund ums Wetter unter www.wetterwarte-sued.com

Das Juni-Wetter in Zahlen
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