Weißenhorn Wetterfahne am Weißenhorner Fuggerschloss ist gehisst

Weißenhorn / PATRICK FAUSS 21.08.2013
Am Dienstag ist die Wetterfahne auf den Turm des Weißenhorner Fuggerschlosses gesetzt worden. 5000 Euro hat deren Restaurierung gekostet. In wenigen Wochen zieht die Stadtverwaltung in die Schlösser.

Auf der Spitze des Fuggerschloss-Turms sitzt nun eine mit Blattgold überzogene Wetterfahne. Am Dienstagvormittag hisste der Weißenhorner Schreiner Gerhard Münz gemeinsam mit Restaurator Johannes Amann den 20 Kilogramm schweren Windrichtungsanzeiger. Beide hatten sich dazu mit Kletterseilen abgesichert.

"Auf Fotos aus den 1920er und 30er Jahren war sie noch zu sehen", berichtet Johannes Amann (48), Restaurator aus Weißenhorn und Fachbauleiter auf der Schlösser-Baustelle, über die Wetterfahne. Wann und warum sie dann vom Dach verschwand, ist nicht bekannt. Auf dem Dachboden des alten Rathauses wurden Kugel und Mast später wieder gefunden. Nach einem aufwendigen Verfahren sind diese nun restauriert und mit einem Metallwimpel, in den zwei Fuggerlilien eingestanzt wurden, vollendet worden. 5000 Euro hat es gekostet, das gute Stück zu restaurieren.

Für das Aufsetzen der Fahne - sie richtet sich mit Hilfe eines Kugellagers nach dem Wind - war der letztmögliche Termin. Am 1460 erbauten Neuffen- oder Alten Schloss ist das Außengerüst bereits abgenommen worden. Nachdem die Wetterfahne steht, begannen die Arbeiter, auch das Gerüst an dem im 18. Jahrhundert errichteten Mittelbau zu entfernen. Laut Amann gehört der Turm architektonisch gesehen zum Fuggerschloss von 1513. Auch hier sei die Außensanierung weit fortgeschritten.

Innen bleibt in den Gebäuden dagegen noch viel zu tun. Wichtige Arbeiten, etwa das Aufbringen des verzierten Deckenstucks im künftigen Trauzimmer oder farbige Stuckarbeiten an den Decken im Bürgermeisterzimmer, sind zwar fertig. An einigen Stellen muss der Boden jedoch noch gefliest werden. Auch die Holzvertäfelung im künftigen Ratszimmer, dem ehemaligen Festsaal der Fugger, fehlt noch.

Nicht viel Arbeit bereitete die gut erhaltene Barocktreppe im Neuffenschloss. Sie wurde zusammen mit dem Mittelbau Mitte des 18. Jahrhunderts eingezogen. Seither war die Statik des Gebäudes empfindlich gestört. Letztlich war die Treppe einer der Gründe, warum die Schlösser in den vergangenen Monaten saniert werden mussten. Die Wand des Neuffenschlosses hatte sich immer weiter Richtung Kirche geneigt. Die Treppe hat sich dabei verzogen. Das wird so bleiben, auch wenn die Statik nun wieder in Ordnung ist.

Das Gehen auf den Stufen mit unterschiedlichen Höhenabständen bleibt weiterhin ein ungewöhnliches Unterfangen. Schwierig oder gar gefährlich ist es aber nicht. "Einige nennen sie die Unbegehbare", berichtet Johannes Amann. Letztlich müsse man aber froh sein, dass diese alte Treppe überhaupt erhalten geblieben ist. Ähnliches finde sich heute kaum noch irgendwo. Weil ihr Aufgang so breit ist, dass Paare nebeneinander gehen können, wird der Weg ins Trauzimmer wohl über diese Treppe führen.

Möbelpacker und mit Umzugsutensilien beladene Verwaltungsmitarbeiter werden sie jedoch noch vorher nutzen. Mehr als vier Jahre war die Verwaltung in der alten Landwirtschaftsschule untergebracht. Der Einzugstermin in die Stadtschlösser (7. Oktober) wurde mit dem für die Sanierung zuständigen Architekturbüro "Mann + Partner" aus Laupheim festgelegt. Ob bis dahin alles fertig ist? "Im Wesentlichen schon", sagt Restaurator Amann. An einigen Details werde wohl noch während und nach dem Umzug gefeilt. Aber das sollte keine Schwierigkeiten bereiten.

Verwaltung zieht um
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