Vergnügen Werner Weltle bringt das Publikum zum Lachen

Werner Weltle bei einem Auftritt mit den Beurener Krauthäfa im Oktober im Historischen Stadttheater in Weißenhorn – mit Mütze und wild-kariertem Bühnenoutfit.
Werner Weltle bei einem Auftritt mit den Beurener Krauthäfa im Oktober im Historischen Stadttheater in Weißenhorn – mit Mütze und wild-kariertem Bühnenoutfit. © Foto: Fotos: Matthias Sauter
Matthias Sauter 30.12.2017
Seit mehreren Jahrzehnten tritt Werner Welte aus Beuren als Humorist, Akkordeon-Spieler und Schauspieler auf. Ein Portrait.

Wenn Werner Weltle mit seinem Programm beginnt, ist gute Laune garantiert. Der Humorist aus Beuren bringt das Publikum mit seinen schwäbischen Gedichten und Einlagen in Windeseile zum Lachen. Mal mit deftigen Reimen, mal mit ironischen Bemerkungen. Er berichtet auf der Bühne etwa über Geburtstagsfeten und die Most-Leidenschaft im Schwabenland oder den Kater nach ausufernden Partys. „Die Leute sollen bei meinen Auftritten den Alltag für eine gewisse Zeit vergessen und einfach nur Spaß haben“, sagt Weltle. Der 61-Jährige führt seine witzigen Darbietungen 20 bis 25 Mal pro Jahr auf.

Erste Erfahrungen auf der Bühne sammelte Weltle, der bei seinen Auftritten meist als „Werner von Beira“ angekündigt wird, bereits im Alter von neun Jahren. Zusammen mit seinem Vater spielte er bei einer Feier des Sportvereins Beuren Musikstücke auf dem Klavier und wurde dafür lobend in einem Presseartikel erwähnt. „Das waren meine künstlerischen Wurzeln“, blickt er zurück.

1971 gründete Weltle mit weiteren musikbegeisterten Dorfbewohnern die Musikkapelle Beuren. Als Posaunist gehörte er 25 Jahre lang zur Stammbesetzung, außerdem war er in der Vorstandschaft des Vereins tätig. 1996 hörte er allerdings mit der aktiven Blasmusik auf, um im „musikalischen Bereich etwas anderes auszuprobieren“.

Der studierte Elektrotechniker und Elektroniker erinnerte sich an ein Akkordeon, das ihm sein Vater bereits in den 70er Jahren gekauft hatte. „Ich bin dann nach meinem Abschied aus der Kapelle auf den Trichter gekommen, mir das Akkordeon-Spiel selbst beizubringen.“ Die ersten Auftritte ließen nicht lange auf sich warten, mit Unterhaltungsliedern sorgte Weltle für Stimmung bei Geburtstagen und privaten Feiern. Zur Abrundung seines musikalischen Programms studierte er kurze Gedichte ein, die er anfangs vom Blatt ablas. „Ich habe aber festgestellt, dass ich mich zu sehr auf den Text konzentrierte und nahm mir vor, ein Gedicht auswendig zu lernen.“

Das Publikum honorierte seine Arbeit mit Applaus, schnell kamen weitere Gedichte hinzu. Inzwischen beherrscht Weltle nach eigener Aussage rund 30 humorvolle Gedichte von schwäbischen Schriftstellern auswendig. Bewährt hat sich die Mischung aus Musik und Wort: Auf der Bühne unterhält der Beurener auch zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Auftritten noch mit einer Kombination aus Akkordeon-Spiel und schwäbischen Einlagen. Meist in Blöcken von rund 20 Minuten mit anschließenden Pausen.

Verändert haben sich dagegen die Bühnen: Anfangs trat er überwiegend vor Bekannten und Verwandten auf, inzwischen trägt er sein Programm auf Prunksitzungen, bei Seniorennachmittagen und in den Sälen von regionalen Wirtshäusern vor. „Ein Höhepunkt war für mich die Moderation des Egerländer Blasmusikabends der Waldstetter Musikanten im November vor knapp 1000 Besuchern“, ergänzt Weltle. Um seine Mimik, Gestik und Aussprache zu professionalisieren, hat der Humorist ein Rhetorik-Seminar besucht.

Der Vorruheständler möchte auch in den kommenden Jahren sein Publikum mit schwäbischen Sketchen, Gedichten und Musikeinlagen begeistern. Um weiterhin eine abwechslungsreiche Show zu garantieren, übt er jedes Jahr zwei neue Programmpunkte ein. „Ich mache so lange weiter, wie es mir und dem Publikum Spaß bereitet“, sagt Weltle.

Derzeit bereitet sich der Künstler insbesondere auf die bevorstehende Faschingssaison mit Auftritten beim Pfaffenhofener Rathaussturm und dem Seniorenfasching in Kadeltshofen vor. Dann bleibt garantiert wieder kein Auge trocken.

„Beurener Krauthäfa“

Theater Ein weiteres künstlerisches Standbein von Weltle ist das Theaterspiel: Im Jahr 2002 führte er zusammen mit drei Schauspielerinnen bei einer Benefizveranstaltung in der Alten Schule in Beuren spontan mehrere Sketche auf, die „super angenommen wurden“. Die Hobbyschauspieler gründeten einige Monate später die „Beurener Krauthäfa“. Die Gruppe spielt unter der der künstlerischen Leitung von Regisseurin Maria Störk alle zwei Jahre im Historischen Stadttheater Weißenhorn, zuletzt im Oktober 2017. „Anfangs hatte ich mit der Schauspielerei gar nichts am Hut, aber im Laufe der Jahre ist daraus eine richtige Leidenschaft entstanden“, sagt Weltle.