Senden Werner Bolz ist gestorben

Werner Bolz ist im Alter von 85 Jahren einer schweren Krankheit erlegen.
Werner Bolz ist im Alter von 85 Jahren einer schweren Krankheit erlegen.
Senden / WILLI BÖHMER CLAUDIA SCHÄFER 24.08.2013
Werner Bolz ist tot. Der frühere CSU-Stadtrat und ebenso überzeugte wie engagierte Wahl-Sendener starb im Alter von 85 Jahren im Allgäu.

Die Stadt Senden trauert um eine ihrer aktiven Persönlichkeiten: Werner Bolz (85), 24 Jahre lang CSU-Stadtrat und kommunalpolitischer Impulsgeber, starb am Donnerstag nach kurzer Krankheit in der Klinik in Kempten.

Der Lebensweg des Werner Bolz gleicht einer Routenbeschreibung. Der gebürtige Allgäuer wuchs in Curitiba im Süden Brasiliens auf. Er war in Ludwigshafen und in Brandenburg, kam als Kriegsgefangener nach Russland, studierte in Konstanz Ingenieurwissenschaften, arbeitete in Bremerhaven, Heidelberg und Düsseldorf und kam 1973 nach einem kleinen Umweg über München nach Senden, wo er für die Kässbohrer-Kieswerke engagiert worden war. Und dort blieb er auch hängen.

Es dauerte nicht lange, bis er mittendrin war in der Sendener Stadtgesellschaft. Bereits kurz nach seiner Ankunft musste er vor den Sendenern in der vollen Ayer Festhalle antreten und Bagger-Pläne für das Alpine Hartschotterwerk erläutern und rechtfertigen. Offensichtlich ist ihm das ganz gut gelungen: Nur wenige Wochen später wurde er aufgefordert, im Bürgerverein den Vorsitz zu übernehmen. Er übernahm. Abzulehnen war noch nie seine Stärke.

So ähnlich lief es bei ihm auch später immer wieder. Er war aktives Mitglied in der Bergwacht, Präsident im Carneval Club Illertal (CCI), Gründer der Senioren-Union in Senden und ihr Kreisvorsitzender, um nur einige der vielen Ämter von Werner Bolz aufzuzählen. Zeitweise war er in 24 Vereinen Mitglied.

Seine kommunalpolitische Karriere aber begann Bolz bereits 1978. Damals zog er als 49-Jähriger für die CSU erstmals in den Sendener Stadtrat ein. Ein Jahr zuvor war er Parteimitglied geworden. Als redegewandt und frech war er verschrien, dann aber auch humorvoll und kompromissbereit. Als CSU-Fraktionsvorsitzender spielte er am Ratstisch eine gewichtige Rolle. Und er konnte immer auch über sich selbst lachen. Etwa als er feststellen musste, dass das Bürgerhaus, das er anfangs bekämpft hatte, doch eine wichtige Einrichtung für Senden ist. Keine Frage: Er hatte die Stadt ins Herz geschlossen, die seine Heimat geworden war.

Sendens Zweiter Bürgermeister Josef Ölberger erinnert sich noch gut an die gemeinsamen Jahre am Ratstisch. Schließlich sei Bolz sein "politischer Ziehvater" gewesen. Ein Macher mit ausgeprägtem politischem Gespür.

Als er 2002 nicht mehr kandidierte, gab er seine Lust auf Kommunalpolitik keineswegs mit ab. Immer wieder tauchte er in den Ratssitzungen auf, meldete sich in Leserbriefen oder in Versammlungen zu Wort. Und weil ihn die Sendener Geschichte interessierte, übernahm er auch noch das Amt des ehrenamtlichen Stadtarchivars.

Senden, das war sein Leben. Bis Werner Bolz schließlich vor kurzem in die Nähe seiner Tochter nach Füssen im Allgäu zurückkehrte, auch weil die Gesundheit zu wünschen übrig ließ.