Dietenheim. Verbrauchschutz Werbeanrufe gehören verboten

Karin Thomas-Martin informiert die Zuhörer über die Beratungsangeobte der Verbraucherzentrale Ulm. Foto: Vanessa Arslan
Karin Thomas-Martin informiert die Zuhörer über die Beratungsangeobte der Verbraucherzentrale Ulm. Foto: Vanessa Arslan
Dietenheim. Verbrauchschutz / VANESSA ARSLAN 07.08.2013
Verbraucherschutz im Gesundheitswesen, auf dem Lebensmittelmarkt und in der digitalen Welt: Diese Kernpunkte fokussiert die SPD für die folgende Legislaturperiode. In Dietenheim wurde diskutiert.

ist omnipräsent. "Alles was verbrauchertechnisch unser Leben betrifft, hat Einzug gehalten, man denke nur einmal an Snowden": Mit dieser Feststellung eröffnete Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, eine Diskussionsrunde in Dietenheim am Donnerstagabend. Die zunehmende Modernisierung durch digitale Medien sorge für Probleme bei den Konsumenten. "Die Verbraucher müssen besser geschützt werden", forderte Mattheis.

"Simplify your life: Konsumenten wollen nicht erst lange im Internet lesen, sondern einfach bestellen", erklärte Cornelia Tausch vom Vorstand der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg und meint damit die mehrseitigen allgemeinen Geschäftsbedingungen, kurz "AGB", die vor einem Onlinekauf akzeptiert werden müssen. Doch kaum einer hat die Geduld, sich den Text bis aufs kleinste Detail durchzulesen, ist die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Tack überzeugt. "Oft stimmt man ungewollt der Weitergabe persönlicher Daten zu und damit sind die wenigsten einverstanden", weiß sie.

In der kommenden Legislaturperiode setzt sich die SPD deshalb für eine Vereinfachung der "AGB" ein. Verständlich und vor allen Dinge kürzer sollen die Kaufbedingungen künftig geschildert werden.

Ein weiterer Schwachpunkt der digitalen Welt und der Telekommunikation sind laut SPD auch Werbeanrufe. "Glücksspielwerbung wurde vor etwa vier Wochen durch ein Gesetz verboten", bemerkte Tack. Die Abgeordnete sprach sich darüber hinaus für ein Verbot von Werbeanrufen für Zeitschriftenabonnements und Versicherungen aus.

In der Lebensmittelbranche soll es nach dem Willen der SPD ebenfalls Veränderungen geben. Getreu dem Grundsatz "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser", plädierte Tack auf eine verstärkte Überprüfung der Inhaltsstoffe.

"Man denke nur an den Pferdefleisch-Skandal", erinnerte die Politikerin. Wie Vorreiter Großbritannien befürwortet die SPD die Einführung der Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln: Die Nährwertangaben sollen mit roten, gelben und grünen Punkten bewertet werden. Zudem sind die mangelhafte Beschreibung der Lebensmittel irreführend für die Verbraucher. "Beim bekannten Schwarzwaldschinken stammen die Schweine nicht etwa aus dem Schwarzwald, sondern wurden nur dort verarbeitet. Geboren wurden die Tier in Niedersachsen", kritisierte Tack. Auch im Fruchtjoghurt sei "alles andere enthalten, nur keine frischen Früchte", bemängelte sie weiter.

Der Verbraucherschutz ist auch im Gesundheitswesen von Bedeutung. Hier werde sich die SPD laut Tack für patientenfreundlichere und konkreter Beratung einsetzen. "Die Krankenkassen sollen Partner der Patienten werden", erklärte die Bundestagsabgeordnete.

Verbraucherzentralen sollen nun verstärkt Aufklärungsarbeit leisten. Dabei dürfen die Verbraucher nicht alle in einen Topf geworfen werden. "Bei Kindern muss man anders vorgehen, als bei Erwachsenen", weiß Karin Thomas-Martin von der Verbraucherzentrale Ulm.

Die Vertreterinnen der Ulmer Zentrale, Karin Thomas-Martin und Ingrid Ritter, legten den Anwesenden abschließend nahe die zahlreichen Beratungsangebote der Einrichtung vorbeugend zu nutzen.