Oberelchingen / BARBARA HINZPETER Eine Machbarkeitsstudie rät von einem Klostermuseum in Oberelchingen ab. Zu unrecht, wie der Förderverein des Museum jetzt bei einem Pressegespräch anmahnte. Er fühlt sich in seiner Arbeit bestärkt.

Seit die Studie vom Münchner Büro "Argus" im April im Gemeinderat vorgestellt worden ist, stecke die Diskussion über die Frage, ob und wie die Schätze des Klosters ausgestellt werden, in einer Sackgasse. Das sagte Ralf Gührer, Vorsitzender des Vereins "Freunde des Klostermuseums Elchingen", bei einem Pressegespräch am Samstag. Das 95 Seiten starke Werk zeichne allerdings ein differenzierteres Bild als es bei der Vorstellung im Gemeinderat den Anschein hatte. Letztlich werde darin von etwas abgeraten, "was keiner wollte", so Gührer - nämlich "von einem kirchlichen Museum auf dem Niveau eines Heimatmuseums".

Grundsätzlich spreche sich die Untersuchung nicht gegen ein Museum oder ein Besucher- und Wallfahrerzentrum mit entsprechenden Schwerpunkten und Kooperationen aus. Dem Thema "Spiritualität" beispielsweise räume sie durchaus Potenzial ein. Gerade dafür sei Elchingen mit Wallfahrt und Bruderschaft sowie ihrer Geschichte der ideale Standort. Die positiven Ansätze müssten daher weiterverfolgt werden, betonte der Pfarrer und Kunsthistoriker.

Gleichwohl wiesen er und seine Vorstandskollegen auf einige gravierende Mängel beziehungsweise Fehler der Studie hin. Bei der Beschreibung des möglichen Einzugsgebiets blende das Münchner Büro Baden-Württemberg und den Ballungsraum Stuttgart völlig aus. Dabei kämen die meisten Besucher aus dem benachbarten Bundesland - sowohl Wallfahrer als auch Kunstinteressierte. Die Lage an der Landesgrenze sei in seinen Augen kein Hindernis, sondern eine Chance, betonte Gührer. Zumal der Einflussbereich des Klosters ebenfalls über die Grenze reichte, wie der stellvertretende Vorsitzende Richard Ambs hervorhob.

Deshalb und aufgrund der verkehrsgünstigen Lage Elchingens könnte hier ein Zentrum der schwäbischen Klöster entstehen. Die sollten sich auf jeden Fall vernetzen, so die Museumsfreunde. Eindeutig falsch, so das Urteil der Vorstandsmitglieder, liegt die Studie bei der Bewertung Joseph Wannenmachers. Ihm lediglich lokale Bedeutung zu attestieren, werde dem Barockkünstler nicht gerecht, der unter anderem Kirchen in Rottweil, Schwäbisch Gmünd und St. Gallen ausmalte. Gerade weil Wannenmacher bisher an keinem seiner Wirkungsorte mit einer Ausstellung gewürdigt werde, bestehe die Chance, diese Lücke in Elchingen zu füllen.

Kreisarchivar Ambs ärgerte sich auch über die negative Bewertung der Tatsache, dass die Exponate nicht der Gemeinde gehören. "Das ist aber in Roggenburg nicht viel anders", so Ambs. Er wies auch darauf hin, dass der Verein in Vorleistung gegangen sei und bisher rund 50.000 Euro für die Konservierung und Restaurierung der Kunstschätze eingeworben habe.

Die Vorstandsmitglieder schlagen vor, dass sich Verein, Kirche, Landkreis und Gemeinde gemeinsam die in einigen Punkten richtungsweisende Studie vornehmen und über ein tragfähiges Konzept beraten. Sinnvoll wäre laut Gührer "ein weitergreifendes Tourismus- und Wallfahrtskonzept, in dem ein Museum oder Informationszentrum einen wichtigen Mosaikstein darstellen würde" - auch im Zusammenhang mit der anstehenden Ortskernsanierung.

In den ebenfalls am Samstag in Elchingen vorgestellten Arbeiten des Architektenwettbewerbs zur Ortskernsanierung spielte die Überlegung für ein Museum allerdings noch keine Rolle.

95 Seiten Gutachten und die Standortfrage

Studie Die Münchner Firma "Argus Kultur und Kommunikation" erstellte im vergangen Frühjahr eine Machbarkeitsstudie für ein Klostermuseum in Elchingen. 25 000 Euro kostete die 95 Seiten umfassende Expertise, die ein reines Klostermuseum in Oberelchingen durchaus kritisch betrachtet.

Standort Zu bewerten hatte das Münchner Büro dabei auch die Frage, welches Gebäude sich für ein Museum eignet. Während die Studie das Pfarrhaus favorisiert, halten die Museumsfreunde das alte Amtshaus für geeignet, zumal das Pfarrhaus nicht komplett zur Verfügung stünde. Dagegen ist der Auszug der Grundschule aus dem Amtshaus absehbar. Der repräsentative Bau geht auf Klosterbaumeister Christian Wiedemann aus Unterelchingen zurück. Seine Handschrift ist beispielsweise auch in Wiblingen, Ochsenhausen und Buxheim zu sehen. Sein Werk könnte im Elchinger Museum ebenfalls gewürdigt werden.