Bündnis Weißenhorner: Demo gegen Flächenfraß

Weißenhorn / Bianca Frieß 08.05.2018
Naturschützer demonstrieren auf der Weißenhorner Hasenwiese gegen den Flächenverbrauch – und wettern gegen das Aldi-Projekt.

„Vogelbrut statt Betonflut“, „Ein Herz für Mutterboden und Vaterland“: Solche Sprüche waren auf den Schildern der rund 70 Demonstranten zu lesen, die am Dienstagabend zur Kundgebung auf der Weißenhorner Hasenwiese kamen. Organisiert wurde die Aktion vom Bündnis „Betonflut eindämmen“, das sich für ein Volksbegehren gegen den Flächenfraß in Bayern einsetzt. Das Bündnis möchte eine Begrenzung des täglichen Flächenverbrauchs in Bayern auf fünf Hektar durchsetzen. Aktuell werden im Freistaat rund 17 Hektar am Tag verbaut.

Der Ort der Kundgebung war taktisch gewählt: Auf der Hasenwiese soll ein Aldi-Markt entstehen.  „Wir kämpfen, damit dieses Projekt beerdigt wird“, sagte Redner Martin Geilhufe vom Bund Naturschutz Bayern. Er wetterte gegen die Lockerung des so genannten Anbindegebots: Gewerbegebiete müssen seit März dieses Jahres nicht mehr zwingend an bestehende Siedlungen andocken. „Das ist der größte Sündenfall, den die Staatsregierung in dieser Legislaturperiode begangen hat“, sagte Geilhufe. Er forderte, stattdessen mehr Projekte in den Innenstädten zu fördern – nicht auf der grünen Wiese.

Auch im Kreis Neu-Ulm sei der Flächenverbrauch „extrem hoch“, sagte Krimhilde Dornach, Landtagskandidatin der ÖDP: Jährlich werden hier rund 17 Hektar Fläche verbaut. Das gehe zu Lasten landwirtschaftlicher Ertragsflächen, erhöhe die Gefahr für Überschwemmungen. „Es ist längst überfällig, dass sich die Bürger für eine Obergrenze des Flächenverbrauchs einsetzen.“

Nach der Demonstration marschierten die Naturschützer zum Empfang und Fest in der Fuggerhalle, um mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann zu debattieren.