Weißenhorn Weißenhorner Stadträte lehnen Bau einer Windkraftanlage ab

Unser Bild zeigt ein Windrad bei Berghülen im Alb-Donau-Kreis. Wo solche Anlagen in Weißenhorn aufgestellt werden könnten, ist unklar. Foto: Matthias Kessler
Unser Bild zeigt ein Windrad bei Berghülen im Alb-Donau-Kreis. Wo solche Anlagen in Weißenhorn aufgestellt werden könnten, ist unklar. Foto: Matthias Kessler
Weißenhorn / CARSTEN MUTH 04.04.2013
Rund 200 Meter. So hoch sollte eine Windkraftanlage nahe Wallenhausen werden. Die Weißenhorner Stadträte haben die Pläne durchkreuzt - und eine Debatte über Klimaschutz und Energiewende angestoßen.

Die Diskussion über Sinn und Zweck, Für und Wider von Windkraftanlagen hat nun auch Weißenhorn erreicht. Denn dort hat der städtische Bauausschuss die Errichtung eines 200 Meter hohen Windrads abgelehnt. Die große Anlage hätte laut der Voranfrage eines Investors aus Penzing in Oberbayern in der Nähe von Wallenhausen aufgestellt werden sollen. Für Wolfgang Fendt war der Fall glasklar: "Es geht zwar um eine hohe Investition. In dieser Form ist die Anlage aber nicht zulässig", lautete der Kommentar des Bürgermeisters vor der Abstimmung. Das sahen die meisten Ausschuss-Mitglieder genauso. Drei Punkte gaben den Ausschlag für die Entscheidung, die Pläne abzulehnen:

Der Flächennutzungsplan: Die Pläne entsprechen nicht den Vorgaben dieses Plans. Schließlich befindet sich das Grundstück, auf dem das Windrad gebaut werden sollte, direkt neben der Wasserförderanlage der Rauher-Berg-Gruppe, also inmitten eines Wasserschutzgebiets. Das Areal soll laut Flächennutzungsplan aufgeforstet werden.

Der Regionalverband: Die Pläne entsprechen überdies nicht den Vorgaben des Regionalplans. Das heißt: Das vorgesehene Grundstück bei Wallenhausen gehört nicht zu den so genannten Vorrangflächen, die der Regionalverband Donau-Iller ausgewiesen hat.

Die Zufahrt: Darüber hinaus ist die Zufahrtsstraße zu dem Grundstück nach Einschätzung der Weißenhorner Stadtverwaltung für ein derart großes Bauwerk nicht geeinigt. Große Lastwagen könnte die Baustelle und später die Anlage nicht erreichen, weil die Waldstetter Straße dafür zu schmal, die Brücke über den Osterbach für Belastungen dieser Art nicht ausgelegt ist.

Neun Weißenhorner Stadträte schlossen sich der Einschätzung des Rathauschefs an, fünf stimmten der Anfrage zu. Darunter Franz-Josef Niebling aus Wallenhausen. Er könne sich den Bau der Anlage an der Stelle durchaus vorstellen, sagte der stellvertretende Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion. Schließlich sei der Abstand vom Windradstandort zur Wallenhausener Ortsgrenze mit gut 900 Metern groß genug, Beeinträchtigungen der Bewohner aus diesem Grund wohl eher nicht zu erwarten. Niebling appellierte an seine Kollegen: "Wir sollten an die Energiewende denken. Und wenn wir vom Atomstrom wegwollen, brauchen wir solche Anlagen."

Das sah Herbert Richter (SPD) ähnlich. Auch er sprach sich dafür aus, erneuerbare Energien und damit den Klimaschutz zu fördern. Den angedachten Standort bei Wallenhausen jedoch hält Richter für ungeeignet. "Aber es gibt sicher Standorte, die es sind." Der Fraktionssprecher der Sozialdemokraten schlug vor, ein Konzept zu erstellen, einige Flächennutzungspläne der Kommune zu überarbeiten und Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen.

Dem wiederum stimmte Johannes Amman (WÜW) zu. Solche Riesenanlagen seien auf ihre "landschaftsschädigende Wirkung" hin zu überprüfen, sagte Amann. Er widersprach seinem CSU-Kollegen Niebling: Es gehe nicht darum, eine Anlage zu bauen, "nur damit man eine hat, egal wo." Amann sprach sich dafür aus, den Bau von Windrädern auf wenige Standorte zu beschränken. "Am besten in Landschaftsparks."

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