Bildung Weißenhorner Schulleiter geht in Pension

Klaus Schneikart geht Ende des Schuljahres in den Ruhestand.
Klaus Schneikart geht Ende des Schuljahres in den Ruhestand. © Foto: Claudia Schäfer
Weißenhorn / Claudia Schäfer 14.07.2018

Im Büro von Klaus Schneikart deutet fast nichts darauf hin, dass mit dem Schuljahr bald auch die berufliche Laufbahn des 65-Jährigen zu Ende geht. Die Vorbereitungen fürs nächste Schuljahres sind in vollem Gang, ebenso die Planungen zur Schulsanierung, vor den Schränken liegen Muster des künftigen Bodenbelags. Schon einmal hat Schneikart in seiner Zeit am NKG eine große Sanierung mitgemacht, von 2006 bis 2009 war das. „Dieses Mal durfte ich mitplanen, mit den Bauarbeiten habe ich nichts mehr zu tun, das hat auch was“, sagt er und lächelt.

14 Jahre ist Schneikart schon am Weißenhorner Gymnasium, erst als Stellvertreter von Hans Götz, seit 2007 als Schulleiter. „Viele schöne Erfolge in allen Bereichen“ habe er erleben dürfen, sagt er. Besonders freue er sich aber über die Erfolge anderer, etwa vielversprechende Lehrerlaufbahnen ehemaliger Kollegen und erfolgreiche Berufswege früherer Schüler. Der Grundstein dafür sei ja schließlich auch im NKG gelegt worden. Es sei immer schön, Ehemalige zu treffen und zu erfahren, was aus ihnen geworden sei, so Schneikart – auch und gerade aus den Tunichtguten: „Ich war ja auch ein Tunichtgut.“

Eigentlich wollte der aus Nürnberg stammende Oberstudiendirektor gar nicht Lehrer werden, obwohl er die Arbeit mit anderen Menschen durch sein Engagement in der Jugendarbeit schon früh schätzte. Er begann ein Pädagogik- und Englischstudium, sah dann aber seine Zukunft doch nicht in der wissenschaftlichen Arbeit und sattelte nach dem Vordiplom um aufs Lehramtsstudium. Über Stationen in Schwabach und Günzburg kam er zum Bertha-von-Suttner-Gymnasium in Neu-Ulm und ließ sich mit seiner Frau endgültig in der Region nieder. „Mit Leib und Seele“ sei er Lehrer gewesen, erzählt er. Der Weg in die Schulleitung sei deshalb auch nie geplant gewesen, sondern habe sich einfach ergeben.

Nach Weißenhorn wechselte Schneikart nicht zuletzt, weil ihn das musische Gymnasium mit seinen vielen künstlerischen Ansätzen reizte. So war er von Anfang an dabei, die Ferienakademie aufzubauen, eine Kooperation mit dem Roggenburger Bildungszentrum für begabte und an Kunst, Musik, Theater und Tanz interessierte Schüler. Fünf Tage lang arbeiten die Jugendlichen dabei mit renommierten Künstlern zusammen.

Angebote wie die Ferienakademie sind  für Schneikart wichtig, um „interessierten Schülern etwas zu bieten“ und das zusätzlich zum regulären Unterricht. So gebe es seit Jahren in Geografie einen bilingualen Kurs, in dem Schüler fachliche Inhalte mit dem Englischtraining verbinden könnten. Der Erfolg des Kurses zeige deutlich, dass Schüler „bereit sind, etwas zu geben, wenn man sie fördert“, freut sich Schneikart.

Als Schulleiter sei er vieles: Chef, Kollege, Pädagoge und Ansprechpartner der Eltern, sagt der 65-Jährige. Wichtig sei es ihm dabei, „Entwicklungen zuzulassen, aber auch zu steuern und Möglichkeiten zur Entfaltung zu geben“. Schule müsse sich entwickeln und gleichzeitig auch Gutes bewahren, sagt er. Mit Blick auf die neuen Medien und technischen Möglichkeiten heiße das, den Schülern den verantwortungsvollen Umgang damit beizubringen und ihnen trotzdem das Handwerkszeug zu bieten, auch mit dem eigenen Grips klarzukommen.

Er gehe mit einem guten Gefühl, sagt Klaus Schneikart. Daheim wolle er „ein bisschen rumreparieren“, lesen, mit seiner Frau auf Reisen gehen und die beiden erwachsenen Kinder besuchen. „Ich freue mich drauf.“

Nachfolger kommt aus Vöhringen

Abschied Nachfolger von Klaus Schneikart am Weißenhorner Gymnasium wird Oberstudiendirektor Gerhard Lantenhammer, derzeit noch stellvertretender Schulleiter am Illertal-Gymnasium in Vöhringen. Die Verabschiedung des Schulleiters findet am Dienstag, 24. Juli, um 11 Uhr in der Aula des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums statt.

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