Fasching Weißenhorner Narren wollen kreisfrei werden

Mit dem Thema Nuxit beschäftigten sich gestern die Narren beim großen Faschingsumzug in Weißenhorn. Ihr Vorschlag: Wenn Neu-Ulm sich selbstständig macht, kann dies die Fuggerstadt erst recht.
Mit dem Thema Nuxit beschäftigten sich gestern die Narren beim großen Faschingsumzug in Weißenhorn. Ihr Vorschlag: Wenn Neu-Ulm sich selbstständig macht, kann dies die Fuggerstadt erst recht. © Foto: Patrick Fauß
Weißenhorn / Patrick Fauß 14.02.2018
2500 Teilnehmer ziehen beim Fastnachtsumzug durch Weißenhorn. 10 000 bunt verkleidete Zuschauer verfolgen das Spektakel.

Dia Brita land d‘EU im Stich. Au Katalonien guckt auf sich. Und Neu-Ulm will jetzt kreisfrei sei. Da sagat mir: Mir send dabei!“ So lautet die dritte Strophe aus dem „Freistaat Weißahoara“-Lied. Dies hatte eine Gruppe um Jürgen Bischof, Kreisrat der Freien Wähler aus Weißenhorn, gedichtet, die gestern beim großen Faschingsumzug in Weißenhorn mitmarschierten.

Alles in allem waren es mehr als 70 Gruppen und 2500 Teilnehmer. Das Thema Nuxit, der geplante Austritt der Stadt Neu-Ulm aus dem Landkreis, war also auch Thema in der Fuggerstadt. Nicht nur die unangemeldet aufgetauchten Narren um Jürgen Bischof trieb der Nuxit um. Die Faschingsgruppe des Weißenhorner Fußballvereins hatte eine ähnliche Idee. Sie forderte, die Fuggerstadt solle angesichts des drohenden Nuxits anstelle Neu-Ulms Kreisstadt werden.

Nicht alle Narren wollten jedoch am letzten Fastnachtstag schwerwiegende Gedanken wälzen. So feierten die „Spätzünder Tiefenbach“ in Kostümen mit schwarzen Tellerohren lautstark den 60. Geburtstag von Micky-Maus. Laut Lexikon müsste die weltbekannte Comic-Figur inzwischen 90 sein – aber egal.

Seit nunmehr 35 Jahren ist am Faschingsdienstag der große Umzug mit anschließender Party in der Altstadt angesagt. Und viele feierten wieder mit. 10 000 Zuschauer dürften bei strahlendem Sonnenschein die Straßen entlang der Umzugsstrecke gesäumt haben. Regenwolken gab es lediglich unter den Fastnachtsgruppen im Umzug zu sehen: mit großen grauweißen Hüten samt dort angehängten Regentropfenbändern aus Plastik.

Noch höher hinauf, bis ins Weltall nämlich, wollten die Turner des TSV Weißenhorn. Sie marschierten als grüne Marsmännchen. Mit ihren großen roten Radarschüsseln auf Kopfbedeckung und Themenwagen wollten sie die positiven Energie der vielen Besucher auffangen, wie TSV-Fastnachterin Clarissa Maier verriet.

Zwischen den Fußgruppen, Musikkapellen, schwäbisch-alemannischen Fastnachtsgruppen, Karnevalsprinzen und Prinzessinnen fuhren in diesem Jahr wieder mehr Umzugswagen mit. Das sei diesmal möglich gewesen, „weil viele der Wagen diesmal kleiner waren“, wie Christian Simmnacher vom Veranstalter „Interessengemeinschaft Weißenhorner Fasnacht“ (IWF) erläuterte.

In den vergangenen Jahren hatten sich die oft bis an die Grenze des erlaubten hochgebauten Wagen hinten im Umzug einreihen müssen. Insgesamt hätten in diesem Jahr alle Veranstaltungen des IWF gut geklappt. Es sei eine „kurze, schöne und friedliche Fastnacht“ gewesen, hieß es.

2019 beginnt Fasching später

Termine 2019 wird die heiße Phase der Fastnacht deutlich später als in diesem Jahr eingeläutet. Der Gumpige Donnerstag etwa ist erst am 1. März, Rosenmontag am 4. März und Faschingsdienstag am 5. März.