Weißenhorn Weißenhorner Bürgermeister übt Kritik an Finkbeiner-Bau

Auf diesem Grundstück an der Ulmer Straße in Weißenhorn (rechts) will die Firma Finkbeiner drei neue Gebäude errichten. Die Umsetzung der Pläne hat nun für Aufregung in der Stadt gesorgt. Foto: Dave Stonies
Auf diesem Grundstück an der Ulmer Straße in Weißenhorn (rechts) will die Firma Finkbeiner drei neue Gebäude errichten. Die Umsetzung der Pläne hat nun für Aufregung in der Stadt gesorgt. Foto: Dave Stonies
Weißenhorn / CARSTEN MUTH 05.07.2013
Getränkemarkt, Drogerie und Bekleidungsgeschäft: Alles das soll in der Ulmer Straße gebaut werden. Der Stadt passt die Umsetzung des Projekts überhaupt nicht. Investor Finkbeiner kann die Aufregung nicht verstehen.

Enttäuschend und bedauerlich. So hat Wolfgang Fendt die Pläne für den Bau dreier Einzelhandelsgeschäfte in der Ulmer Straße bezeichnet. Die Kritik des Weißenhorner Bürgermeisters zielt auf den Investor ab: Finkbeiner Immobilien aus Ulm. Das Unternehmen habe der Verwaltung vor Monaten vielversprechende Skizzen präsentiert. Nun liege die endgültige Planung vor. Die nennt Fendt "nicht besonders elegant".

Finkbeiner betreibt bereits seit Jahren einen Getränkemarkt an der Stelle. Nun will das Unternehmen einen Gebäudekomplex dort errichten. Auf einer Fläche von mehr als 1500 Quadratmetern sollen drei Bauten für einen neuen Getränkemarkt, einen Bekleidungsgeschäft und eine Drogerie geschaffen werden. Finkbeiner besitzt Baurecht, weil der Stadtrat 2012 den Bebauungsplan für das Areal schon entsprechend geändert hat.

Im Glauben, das in Sichtweite des viel befahrenen Kreisverkehrs, der Ulmer Straße, Herzog-Georg-Straße und Richard-Wagner-Straße miteinander verbindet, etwas Anspuchvolles entsteht, wie der Rathauschef betont. Der ursprüngliche Entwurf habe zum Beispiel viele Glaselemente vorgesehen. Davon könne keine Rede mehr sein. Der Investor wolle nun reine Funktionsgebäude ohne jeden Charme errichten. "Da wurde viel versprochen, aber nichts gehalten." Von Visionen sei gar die Rede worden: "Und jetzt kommt das dabei heraus."

Unterstützung erhält Fendt von Bruno Simmnacher. Der PWG-Stadtrat stört sich an den "Ausmaßen" der Gebäude und der großflächigen Überdachung im Außenbereich. Die Stadt sei dem Investor in dem Verfahren durchaus entgegengekommen. "Er sollte sich auch an die Spielregeln halten. Jeder will immer mehr."

Der Investor sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. "Ich verstehe die Aufregung überhaupt nicht", sagt Firmenchefin Gabriele Finkbeiner. Ihr Unternehmen sei selbst von der Stadt überrascht worden. Denn diese habe in den vergangenen Wochen auf einem Teil des Finkbeiner-Grundstücks einen Geh- und Radweg gebaut. "Wir haben uns dem gefügt", betont die Finkbeiner-Chefin und fügt hinzu: "Art und Umfang der geplanten Baukörper wurden nicht verändert." Über die Gestaltung der Fassade sei noch nicht entschieden worden.

Finkbeiner habe viel in das Projekt in Weißenhorn investiert, nehme den Anwohnerschutz ernst. So sei die Schallschutzwand auf Wunsch einiger Nachbarn verlängert worden. Das Unternehmen wolle so schnell wie möglich loslegen, "den ewigen Stillstand beenden", das Projekt rasch verwirklichen. Die bestehenden Gebäude also abreißen und durch neue ersetzen. In diesem Jahr sei jedoch nicht mehr mit einer Fertigstellung zu rechnen. Das Vorhaben sei etwas in Verzug geraten. "Wegen des Gehwegbaus haben wir gut acht Wochen Zeit verloren."

Die Weißenhorner Stadträtin Petra Bohatsch (SPD) stellt sich auf die Seite Finkbeiners. Die Debatte über das Bauvorhaben nennt sie ungerecht. "Es entstehen immerhin neue Märkte und Arbeitsplätze. Das belebt unsere Stadt."

Gabriele Finkbeiner warnt unterdessen davor, das Vorhaben weiter zu torpedieren: "Sonst laufen wir Gefahr, das nichts passiert und dort dauerhaft eine Industriebrache entsteht", sagt die Unternehmerin: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand möchte."

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