Konzept Heimatmuseum soll kultureller Anziehungspunkt werden

Blick auf das Obere Tor in Weißenhorn, rechts das alte Rathaus, das nun dem Museum zugeschlagen wird.
Blick auf das Obere Tor in Weißenhorn, rechts das alte Rathaus, das nun dem Museum zugeschlagen wird. © Foto: Patrick Fauß
Weißenhorn / Von Claudia Schäfer 16.05.2018
Neues Konzept: Das Weißenhorner Heimatmuseum soll ein kultureller Anziehungspunkt in der Region werden.

Räumlich und konzeptionell steht das Weißenhorner Heimatmuseum vor einem Neubeginn. Hier die Eckpunkte der Neukonzeption, die am Montagabend im Stadtrat diskutiert wurde.


Grundlage Auf Empfehlung der Landesstelle für nichtstaatliche Museen wurde der Zustand des Museums analysiert. Diskutiert wurde die künftige Ausrichtung in drei Workshops unter Beteiligung des Bürgermeisters. Basis war die Frage, wie sich die Dauerausstellung des Museums und das sozusagen „prominenteste Ausstellungsstück“ Weißenhorns, die Altstadt, konzeptionell zusammenbringen lassen. Entstehen soll ein „neuer kultureller Anziehungspunkt in der Region“.

Idee Stationen der Stadtgeschichte werden im Museum im Wechselspiel mit entsprechenden baulichen Zeugnissen in der Altstadt dargestellt. Ein Beispiel ist laut Museumsleiter Matthias Kunze das historische Stadtbuch, ein wichtiges Ausstellungsstück. Es stammt aus dem Jahr 1473, als der bayerische Herzog Ludwig die geänderte Stadtordnung von Weißenhorn genehmigte.

Im Ort erinnert ein Fresko am Unteren Tor an dieses Ereignis, im Obergeschoss der Schranne wurde die städtische Ordnung dann umgesetzt. Die Ausstellung im Museum soll darauf verweisen, Stelen an Schranne und Unterem Tor wiederum auf das Stadtbuch in der Museumssammlung. Dieses System solle sich durch die gesamte Ausstellung und parallel die Altstadt ziehen. Einen deutlich breiteren Raum als bisher wird die Zeit der Fuggerherrschaft einnehmen. Die Ausstellung wird durch multimediale Angebote ergänzt, so macht ein digitales Stadtmodell die Zeitreise durch Weißenhorns Geschichte möglich.

Museumsbau Durch die Erweiterung um das alte Rathaus rückt das Museum auch optisch mehr in den Mittelpunkt. Anders als früher geplant wird auch das Erdgeschoss des alten Rathauses dem Museum zugeschlagen, dort ist künftig der Eingang. Ein derzeit noch verborgener Teil der Stadtmauer führt die Besucher im Inneren vom Foyer in die Ausstellungsräume. Die Barrierefreiheit wird durch zwei Aufzüge erreicht, einen im Inneren, einen außen. Eine Brücke im zweiten Obergeschoss verbindet die beiden Gebäudeteile.

Raumaufteilung Die Dauerausstellung nimmt das komplette erste Stockwerk ein. Im zweiten Obergeschoss ist Platz für die Wechselausstellung. Dazu werden auf 250 Quadratmetern thematisch wechselnd Gegenstände aus dem großen Depotbestand des Museums gezeigt. Im Dachgeschoss soll es Depot- und Arbeitsräume geben.

Das Obere Tor mit seinem Vortor wird zum „Turmerlebnispfad“, wo man in die Rolle früherer Turmbewohner schlüpfen kann. In den jetzigen Museumsräumen im Erdgeschoss finden die Museumspädagogik und Kreativangebote Platz. Ziel ist es, die 220 Quadratmeter auch Dritten zur Verfügung stellen zu können, etwa der Volkshochschule. „Wir wollen Leben ins Haus bringen“, sagt Kunze. Er ist optimistisch, dass das Konzept für eine neue Attraktivität des Museums sorge.

Stimmen Die Stadträte stimmen dem Konzept einstimmig zu. SPD-Fraktionssprecher Herbert Richter begrüßt es. „Es ist richtig, das auszudehnen, um das Museum für breitere Bevölkerungskreise attraktiv zu machen“, sagt er und mahnt: „Über das tolle Konzept darf man das Geld nicht vergessen.“ Laut Bürgermeister Wolfgang Fendt will die Verwaltung baldmöglichst die Planung und eine Kostenschätzung vorstellen. WÜW-Sprecher Werner Weiss sagt: „Das ist inhaltlich und baulich ein sehr gutes Konzept.“ Sein Kollege Ulrich Fliegel (Grüne) machte allerdings klar: „Dass es eine Stange Geld kostet, das dürfte klar sein.“

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