Gericht Weißenhorn: Wieder Klage gegen Supermärkte

Weißenhorn / Carsten Muth 30.08.2018

Kaum zu glauben: Wer gedacht hatte, dass dem umstrittenen Bau zweier Supermärkte auf der Hasenwiese in Weißenhorn nun aber wirklich nichts mehr im Wege stehen würde, dürfte – vorsichtig ausgedrückt – zumindest überrascht sein. Schließlich hatte, wie berichtet, der Verwaltungsgerichtshof München erst vor wenigen Wochen den Eilantrag einer Markt-Gegnerin und deren Antrag auf Berufung gegen die Baugenehmigung für das Projekt abgelehnt. Die Weißenhornerin aber lässt nicht locker. Sie hat erneut Klage eingereicht.

Diesmal vor dem Verwaltungsgericht Augsburg. Nun richtet sich der Fokus ihres Protests gegen eine Änderung der Baupläne, wonach der Backshop, den der Discounter-Riese in seinem Gebäude unterbringen will, größer als gedacht werden soll. Die Klägerin will einen Baustopp erreichen, bis über ihre Klage entschieden worden ist. Ein entsprechendes Schreiben liegt unserer Redaktion vor.

Ein zuständiger Sprecher des Landratsamts Neu-Ulm bestätigt den Vorgang auf Nachfrage. Die Behörde hatte 2014 die Genehmigung für den Bau der Supermärkte erteilt und nun bereits eine Stellungnahme zu der jüngsten Klage an das Verwaltungsgericht Augsburg geschickt.

Es geht um 34 Quadratmeter

Die Klage bezieht sich laut des Sprechers auf eine ebenfalls vom Landratsamt bewilligte Änderungsbaugenehmigung für einen um 34 Quadratmeter größeren Backwaren-Shop. In Relation zur Gesamtgröße der Aldi-Filiale mit ihren 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche falle die angedachte Vergrößerung eher dezent aus, heißt es in der Behörde. „Wir gehen davon aus, dass unser Bescheid korrekt ist“, sagt der Landratsamtsspecher.

Zur Erinnerung: Aldi will, wie mehrfach berichtet, auf der  Hasenwiese eine Filiale betreiben, in das zweite Gebäude zieht Feneberg ein. Der Weißenhorner Bürgermeister Wolfgang Fendt, der kürzlich noch davon ausgegangen war, dass sämtliche juristische Auseinandersetzungen rund um das „Hasenwiesen-Projekt“ beendet sind, ist ebenfalls über den jüngsten Vorgang informiert worden, reagierte aber gelassen. „Ich gehe mal davon aus, dass diese Klage nicht erfolgreich sein wird“, sagt Fendt.

Klägerinnen-Anwalt Andreas Staudacher aus Laupheim war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Seit vergangenem Mai laufen die Bauarbeiten auf der Hasenwiese. Die Rohbauten der Supermärkte stehen. „Es geht gut voran“, findet der Bürgermeister, der sich Anfang dieser Woche auf der Baustelle umgeschaut hat.

Insgesamt haben beide Märkte eine Verkaufsfläche von etwa 1800 Quadratmetern. Über den Bau wird schon seit Jahren diskutiert (siehe Info-Kasten).

Seit Jahren ein Reizthema

Bürgerentscheid Keine Frage, die Supermarktbauten sind ein Reizthema in Weißenhorn. So gab es schon vor einigen Jahren einen Bürgerentscheid, in dem sich eine Mehrheit der Abstimmenden für die Errichtung der Gebäude aussprach.

Kritiker Gegner, darunter Anwohner und einige Stadträte, befürchten ein Verkehrschaos in dem Bereich rund um die Reichenbacher Straße, an der sich einige Schulgebäude befinden. Sie bezeichnen das Vorhaben als städtebauliche Katastrophe.

Befürworter Die Befürworter hingegen betonen vor allem die bessere Versorgung der Bewohner im Weißenhorner Osten, wenn die Supermärkte erstmal in Betrieb sind. Dass soll laut Bauherr im kommenden Dezember der Fall sein.

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